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Außenminister Steinmeier: Humanitäre Katastrophe in Aleppo verhindern

Der syrischen Tragödie droht ein weiteres schreckliches Kapitel, so Außenminister Steinmeier. Der Belagerungsring um die Stadt Aleppo kann zu einer furchtbaren humanitären Krise führen. Nun gehe es darum, eine „noch schlimmere Katastrophe für die Zivilbevölkerung zu verhindern“, sagte Steinmeier am Donnerstag (04.08.) gegenüber der BILD-Zeitung.

Katastrophale Lage in Aleppo

Seit mehr als zwei Wochen sind die von Rebellen gehaltenen Gebiete im Osten der Stadt Aleppo von der Außenwelt abgeschnitten. Truppen des syrischen Regimes hatte zusammen mit ihren Verbündeten die letzte Versorgungsroute gekappt und bis zu 300 000 Menschen eingekesselt. Diese Menschen sind nun von jeglicher Versorgung abgeschnitten. Die humanitäre Lage ist verheerend.

Deutschland hat als einer der größten Geber bislang mehr als 2 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe in Syrien bereitgestellt und damit hunderttausenden vom Krieg Betroffenen geholfen. Häufig werden jedoch Hilfskonvois nicht durchgelassen. Stattdessen sollten die Menschen in Aleppo nach Vorstellung des syrischen Regimes über nicht abgesicherte Fluchtwege die Stadt verlassen. „Das ist ein ganz mieses Spiel“, so der deutsche Außenminister. Die Vorräte an Lebensmitteln gehen Berichten von Hilfsorganisationen zufolge nun zu Ende. Um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, „brauchen wir schnell von den Vereinten Nationen kontrollierte humanitäre Zugänge nach Aleppo, über die die Menschen mit Wasser und Nahrung versorgt werden können“, machte Steinmeier deutlich.

Steinmeier fordert Waffenruhe: zynisches Spiel muss Ende haben

Außenminister Steinmeier bei einer Syrienkonferenz in London (Archiv)

Außenminister Steinmeier bei einer Syrienkonferenz in London (Archiv)
© Thomas Imo / photothek.net

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Außenminister Steinmeier bei einer Syrienkonferenz in London (Archiv)

Außenminister Steinmeier bei einer Syrienkonferenz in London (Archiv)

Außenminister Steinmeier bei einer Syrienkonferenz in London (Archiv)

Damit die Hilfe die Menschen erreichen kann, forderte Steinmeier die kämpfenden Parteien zu einer sofortigen humanitären Waffenruhe auf. Die Angriffe des syrischen Regimes auf die Zivilbevölkerung müssten sofort aufhören. Wer mit Flächenbombardements die Krise auslöse und gleichzeitig unabgesicherte Fluchtwege anbiete, treibe „ein zynisches Spiel, stellt die Menschen vor eine erbarmungslose Wahl und versperrt letztlich auch jegliche Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Genfer Syrien Gespräche“, so der deutsche Außenminister. Auch Russland stehe als Unterstützer der syrischen Armee in der Verantwortung, die drohende humanitäre Katastrophe zu verhindern. Russland sei nun in der Pflicht, dem syrischen Regime Einhalt zu gebieten, eine Feuerpause in Aleppo durchzusetzen und mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten.

Zurück an den Verhandlungstisch

Die Vereinigten Staaten von Amerika und Russland führen seit einiger Zeit direkte Gespräche zu Beruhigung der Lage in Syrien. Die aktuelle Situation um Aleppo macht eine Verständigung umso dringlicher.

Die Menschen in Syrien leiden seit mehr als fünf Jahren unter dem furchtbaren Bürgerkrieg. Das Gebot der Stunde sei es, militärische Zurückhaltung zu üben und humanitäre Hilfe zu den eingeschlossenen Menschen gelangen zu lassen, so Steinmeier. „Wir brauchen ein Ende der Gewalt und die Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Die Wiederaufnahme der Genfer Gespräche sei zwingend erforderlich. Mit dem UN-Sonderbeauftragten de Mistura beriet der deutsche Außenminister kürzlich in Berlin über Instrumente und Strategien, um die Konfliktparteien wieder an einen Tisch zu bekommen.

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Stand 04.08.2016

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