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Deutschland erhöht Hilfe für Opfer des Syrienkonflikts

Es ist bereits die zweite internationale Geberkonferenz für die Opfer des Syrienkonflikts, die in Kuwait beginnt: Das Leid der Menschen wird täglich größer, über 9 Millionen Menschen sind inzwischen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Außenminister Steinmeier gab am 15.01. in Berlin bekannt, dass Deutschland zusätzlich 80 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Syrien bereitstellen wird. Damit zählt Deutschland zu den größten bilateralen Gebern in der Syrienkrise.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte heute in Berlin:

Das Leid der Menschen in Syrien wird mit jedem Tag größer. Millionen von Menschen in der Region sind auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

Deutschland stellt deshalb weitere 80 Millionen Euro an Humanitärer Hilfe für die Menschen aus Syrien bereit. Wir wollen und wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, die Not der vielen Menschen zu lindern, die durch den Bürgerkrieg alles verloren haben und auf der Flucht vor Krieg und Gewalt sind."

Ausweitung humanitärer Projekte

Mit den zusätzlichen Mitteln in Höhe von 80 Millionen Euro werden vor allem humanitäre Projekte deutscher Nichtregierungsorganisationen (NRO) fortgesetzt und ausgeweitet. Deutschland unterstützt ferner Maßnahmen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen.

Seit 2012 hat Deutschland für die notleidenden Menschen in Syrien und den Nachbarländern insgesamt Hilfen von rund 440 Millionen Euro bereit gestellt. Die Bundesregierung gehört damit zu den größten bilateralen Gebern in der Syrienkrise.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass derzeit über 9 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Rund 6,5 Millionen Menschen sind intern vertrieben, über 2,3 Millionen Menschen sind aus Syrien in die Nachbarländer - insbesondere Libanon, Jordanien, Türkei und Irak - geflohen. Der Hilfsaufruf der Vereinten Nationen für Syrien beziffert den humanitären Bedarf für 2014 auf 2,27 Milliarden US-Dollar; für die umliegenden Staaten ist ein Bedarf von 4,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen.

Hilfskorridore schaffen

Steinmeiner und sein österreichischer Amtskollege Kurz

Steinmeiner und sein österreichischer Amtskollege Kurz
© AA

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Steinmeiner und sein österreichischer Amtskollege Kurz

Steinmeiner und sein österreichischer Amtskollege Kurz

Steinmeiner und sein österreichischer Amtskollege Kurz

Am Rande eines Treffens mit dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz verwies Steinmeier auf die in der nächsten Woche geplanten Friedensgespräche in Montreux (Schweiz). Er hoffe, dass man sich dort auf Zugangsmöglichkeiten für humanitäre Hilfsorganisationen in die Konfliktgebiete einigen werde, damit die notleidende Zivilbevölkerung mit dem Notwendigsten versorgt werden könne.

Die auch "Genf II" genannte Friedenskonferenz soll auch Fortschritte bei der Erzielung einer Waffenruhe und der Bildung einer Übergangsregierung in Syrien bringen.

Weitere Beiträge Deutschlands

Die Bundesregierung leistet auch einen Beitrag zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen: Deutschland hat der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) in Den Haag bereits 5 Millionen Euro zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen zur Verfügung gestellt, OVCW-Inspekteure fortgebildet und sie für ihre Arbeit nach Syrien geflogen. Außerdem sollen Reststoffe, die bei der Unbrauchbarmachung chemischer Kampfstoffe aus Syrien entstehen, in Deutschland entsorgt werden.

Seit 2011 haben darüber hinaus über 20.000 Menschen aus Syrien Aufnahme in Deutschland gefunden. In einem gesonderten Programm nimmt Deutschland über 10.000 besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge auf.

Weitere Informationen zur Lage in Syrien

Treffen der Freundesgruppe des syrischen Volkes in Paris (12.01.14)


Stand 15.01.2014

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