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Syrien: Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen

Endlich in Sicherheit: Am Mittwoch ist der erste Charterflug der Bundesregierung mit über 100 syrischen Flüchtlingen an Bord in Deutschland eingetroffen. Gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat der Menschenrechtsbeauftrage der Bundesregierung, Markus Löning, die Menschen am Flughafen Hannover willkommen geheißen. Deutschland setzt damit seine Zusage um, 5.000 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufzunehmen.

"Müde Kinder mit großen Augen und erschöpfte Männer und Frauen. Alle scheinen froh angekommen zu sein": Diese unmittelbaren Eindrücke schildert der Menschenrechts­beauftragte Löning am Mittwoch über Twitter. Löning ist am 11. September nach Hannover gekommen, um die 107 Syrerinnen und Syrer zu begrüßen, die als erste in Deutschland Aufnahme finden. Weitere Flüge werden in der kommenden Zeit eintreffen, denn Deutschland setzt damit seine Zusage um, 5.000 Menschen aus Syrien aufzunehmen.

Gemeinsam mit Bundesinnenminister Friedrich und Niedersachsens Innenminister Pistorius richtet Löning auch einige Worte an die Ankömmlinge:

Viele Deutsche nehmen Anteil an dem, was in Ihrem Land passiert. Wir bemühen uns denen zu helfen, die geflohen sind. Dennoch ist es ein schreckliches Gefühl zu sehen, was in Syrien passiert ist und was für Leid es gibt. Wir möchten ein Stück dazu beitragen, dieses Leid zu lindern. Ich wünschen Ihnen nun Ruhe, ihren Kindern die Perspektive wieder zur Schule gehen zu können und ein halbwegs normales Leben führen zu können.

Deutschland als Vorreiter

In der EU ist Deutschland der erste Mitgliedsstaat der Flüchtlinge in diesem Umfang aus Syrien aufnimmt. Neben den in der kommenden Zeit eintreffenden 5.000 Syrerinnen und Syrern haben seit Beginn des Konflikts bereits über 17.000 Menschen Zuflucht in Deutschland gefunden. Dazu erklärte Außenminister Guido Westerwelle im Interview:

Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat das humanitäre Engagement Deutschlands ausdrücklich gewürdigt. Wir verhalten uns vorbildlich und geben hoffentlich auch Europa ein Beispiel. Wenn sich andere Staaten anschließen und in ähnlicher Größenordnung Flüchtlinge aufnehmen würden, wäre das ein außerordentlich gutes Signal.

Interview mit Außenminister Guido Westerwelle in der Passauer Neuen Presse.

Aufnahme syrischer Flüchtlinge erleichtern

Bei der Ankunft in Deutschland

Bei der Ankunft in Deutschland
© Photothek/Treblin

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Bei der Ankunft in Deutschland

Bei der Ankunft in Deutschland

Bei der Ankunft in Deutschland

Mit Blick auf Deutschland appellierte der Menschenrechtsbeauftragte Löning, die Asylverfahren für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge zu vereinfachen. Auf Grund des immensen durchlittenen Leids der Menschen sprach er sich dafür aus, dass die Menschen, die in Deutschland bereits im Asylverfahren seien, schnell wieder ihre Berufe ausüben können: "Damit könnten die Menschen nicht nur schnell wieder ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch das erlebte Trauma besser verarbeiten". Angesichts der dramatischen Situation sollten die Behörden Dokumente schnell anerkennen und in bürokratischen Belangen großzügig verfahren, fordert Löning weiter.

Die 5.000 Flüchtlinge gelten als besonders schutzbedürftig und wurden vom UNHCR--United Nations High Commissioner for Refugees auf Grundlage vor allem humanitärer Kriterien ausgewählt. Die Menschen werden nun in das Aufnahmelager in Friedland weiterreisen, wo sie in kommenden zwei Wochen einen ersten Orientierungskurs bekommen, um ihnen die Eingewöhnung in Deutschland zu erleichten. Im Anschluss werden die Flüchtlinge in verschiedenen Bundesländern Aufnahme finden. Parallel dazu geht die Aufnahme der Menschen weiter: der nächste Charterflug der Bundesregierung wird in Kürze erwartet.

Zum Weiterlesen:

UNHCR: First group of Syrian refugees flies to Germany for temporary relocation

Übersicht über das deutsche Engagement für die Menschen in Syrien


Stand 11.09.2013

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