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Südsudan: Evakuierung deutscher Staatsangehöriger abgeschlossen

Nachdem am vergangenen Freitag schwere Kämpfe in Südsudans Hauptstadt Juba ausgebrochen waren, hat die Bundesregierung am Mittwochabend (13.07) die Evakuierung deutscher Staatsangehöriger aus dem Land abgeschlossen. Mit dem letzten Evakuierungsflug der Bundeswehr sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft ausgereist – die Botschaft Juba wurde vorübergehend geschlossen. Die Evakuierungsoperation wurde vom Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt koordiniert.

Rund 200 Menschen nach Uganda evakuiert

Mit der Landung des letzten von insgesamt vier Transall-Flügen im ugandischen Entebbe hat die Bundesregierung am Mittwochabend (13.07) die Evakuierung deutscher Staatsangehöriger aus dem von bewaffneten Kämpfen erschütterten Südsudan abgeschlossen.  

Rund 50 Passagiere konnten mit jeder Maschine evakuiert werden. Neben deutschen Staatsangehörigen wurden auch Bürgerinnen und Bürger aus Europa und weiteren Staaten ausgeflogen. Auch drei verletzte Soldaten der UN-Mission UNMISS verließen mit den Bundeswehr-Maschinen das Land.

Die deutschen Evakuierten werden nun von der deutschen Botschaft in Ugandas Hauptstadt Kampala konsularisch betreut und bei der Heimreise nach Deutschland oder in andere Staaten unterstützt.

Deutsche Botschaft in Juba vorübergehend geschlossen

Mit dem letzten Flug haben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft das Land verlassen – die Botschaft in Juba wurde vorübergehend geschlossen.

Botschafter Lehne (re.) vor der Evakuierung in Juba.

Botschafter Lehne (re.) vor der Evakuierung in Juba.
© AA

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Botschafter Lehne (re.) vor der Evakuierung in Juba.

Botschafter Lehne (re.) vor der Evakuierung in Juba.

Botschafter Lehne (re.) vor der Evakuierung in Juba.

Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit Südsudans waren am vergangenen Freitag schwere bewaffnete Auseinandersetzungen ausgebrochen – in der Hauptstadt Juba stehen sich offizielle Streitkräfte und ehemalige Rebellengruppen gegenüber, auch aus anderen Landesteilen wurde von Kampfhandlungen berichtet. Am 11. Juli wurde ein Waffenstillstand verkündet, der bislang eingehalten wird.

Botschafter Lehne: „Keine andere Möglichkeit als eine Evakuierung“

Deutscher Botschafter in Juba ist Johannes Lehne, auch er wurde am Mittwoch evakuiert. Vor seiner Ausreise sagte er zur Situation im Südsudan:  „Direkt vor den Wohnungen vieler Mitarbeiter und Entwicklungshelfer tobten heftige Straßenkämpfe. […] Nach vier Tagen und Nächten schwerer Kämpfe, die wir aus nächster Nähe mitverfolgen mussten, bleibt gar keine andere Möglichkeit als eine Evakuierung.“

Die letzten regulären Flüge hatten den danach umkämpften Flughafen am vergangenen Samstag verlassen.

Nach dem Ausbruch der Kämpfe am vergangenen Freitag habe die Vertretung in Juba sofort in den Krisenmodus umgeschaltet und rund um die Uhr daran gearbeitet, die im Land verbliebenen Deutschen zu lokalisieren und die Evakuierung vorzubereiten. Koordiniert wurde die Planung im Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bereitete in einem Telefonat mit seinem südsudanesischen Amtskollegen die Evakuierungsmaßnahmen auf diplomatischem Wege vor.

Außenminister Steinmeier: „Furchtbarer Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt“

Steinmeier äußerte sich bereits am Wochenende zu den Geschehnissen: „Es ist bedrückend zu sehen, dass Südsudan auch fünf Jahre nach der Unabhängigkeit immer noch Schauplatz brutaler Gewaltausbrüche ist und der Friedensprozess weiterhin gefährdet bleibt.“  

In Bezug auf die immer wieder aufflammenden brutalen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern von Präsident Kiir und Vizepräsident Machar sprach Steinmeier von einem furchtbaren „Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt“ – es sei nun die dringende Aufgabe des Präsidenten und des Vizepräsidenten, ihre Anhänger „zur Ordnung zu rufen.“ Den Menschen im Südsudan dürfe nicht die letzte Hoffnung auf eine bessere Zukunft genommen werden.

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Reise- und Sicherheitshinweise Südsudan


Stand 14.07.2016

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