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Kulturschätze in Mali retten

Islamistische Gruppierungen haben bei ihrer Besetzung der nördlichen Teile Malis ab Anfang 2012 bis Anfang 2013 nicht nur Menschen misshandelt und die Sicherheit der ganzen Region bedroht, sondern auch schwere Schäden am kulturellen Erbe des Landes angerichtet. Nachdem diese Gruppen militärisch zurückgedrängt werden konnten, hilft Deutschland nun bei der Sicherung und dem Erhalt dieser Kulturschätze.

Dabei handelt es sich um wertvolle Handschriften aus dem geistigen Zentrum Malis, Timbuktu. Diese Manuskripte vereinen das gesamte naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Wissen der arabischen Welt des 12. und 13. Jahrhunderts. Manche gehen sogar auf das 9. und 10. Jahrhundert zurück. 

Von den insgesamt rund 350.000 alten Manuskripten der örtlichen Sammlungen Timbuktus gelang es dem Handschriftenexperten und Präsidenten der Nichtsregierungsorganisation "SAVAMA-DCI", Dr. Abdel Kader Haidara, mit internationaler Unterstützung mehr als 200.000 Exemplare vor der Zerstörung zu retten.

Deutsche Unterstützung

Viele Manuskripte sind in schlechtem Zustand und müssen gesichert werden (Archivbild)

Viele Manuskripte sind in schlechtem Zustand und müssen gesichert werden (Archivbild)
© picture-alliance/abaca

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Viele Manuskripte sind in schlechtem Zustand und müssen gesichert werden (Archivbild)

Viele Manuskripte sind in schlechtem Zustand und müssen gesichert werden (Archivbild)

Viele Manuskripte sind in schlechtem Zustand und müssen gesichert werden (Archivbild)

Über 4.000 dieser Manuskripte wurden mit deutscher Hilfe in die malische Hauptstadt Bamako in Sicherheit gebracht und dort in Archivkartons aufbewahrt. Die besonders beim Erhalt islamischer Kultur engagierte Gerda Henkel Stiftung konnte dafür gewonnen werden, sich an der Finanzierung der nötigen Konservierungs-maßnahmen zu beteiligen. Um die Konservierung des vom Verfall bedrohten Handschriftenbestands auch zukünftig tatkräftig zu unterstützen, lädt das Auswärtige Amt im April 2014 internationale Partner der bisherigen Rettungsaktionen nach Berlin ein. Hier sollen weitere Maßnahmen zur Restaurierung, Archivierung und Digitalisierung der Handschriften abgestimmt sowie das künftige internationale Engagement zum Schutz dieses wertvollen Kulturgutes koordiniert werden.

Hintergrund

Timbuktu steht zusammen mit seinen drei großen Moscheen und seinen sechzehn antiken Mausoleen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Elf dieser Mausoleen wurden im Lauf des Jahres 2012 von den Islamisten, die Timbuktu besetzt hielten, zerstört. Mittlerweile haben die Aufbauarbeiten begonnen. 

Auf ihrer Flucht vor den franzö­sischen und malischen Truppen haben die Islamisten im Januar 2013 auch das Ahmed Baba-Zentrum für Dokumentation und Forschung, das rund 40.000 Manuskripte beherbergte, teilweise verwüstet. 2.000 bis 3.000 Schriftstücke verbrannten, die meisten konnten jedoch gerettet werden. Teils wurden sie in Privathaushalten versteckt. 


Stand 25.02.2013

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