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Mit deutscher Unterstützung: Entwaffnung der Rebellen in Kolumbien beginnt

Nach über 50 Jahren konnte am 24. November 2016 ein Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) geschlossen werden. Jetzt geht es darum, die Opfer zu entschädigen, Landrückgabe zu regeln und ökonomische Perspektiven für die Landbevölkerung und die städtischen Armen zu schaffen. Weitere Herausforderungen sind die Eindämmung krimineller Gewalt, die Integration der ehemaligen Kombattanten in die Gesellschaft und die Neuorganisation des Sicherheitssektors. Deutschland engagiert sich aktiv für einen nachhaltigen Frieden in Kolumbien.

Demobilisierungsphase läuft

Mit dem 1. Dezember 2016 hat die sechsmonatige Demobilisierungsphase begonnen. Zunächst sollen sich die Rebellen der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) in ausgewiesenen Entwaffnungszonen einfinden und dann, unter Beobachtung der Vereinten Nationen, ihre Waffen abgeben. Schätzungen gehen von rund 14.000 Gewehren und Pistolen aus, sowie von rund 6.000 anderen Waffen wie Mörsern und Granaten, die im Zuge der Entwaffnung aus dem Verkehr gezogen und vernichtet werden sollen.

Die UN-Mission übernimmt diese Aufgaben. Ihre Beobachter sind mit der Registrierung, Identifikation, Lagerung und ständiger Überwachung der Waffen betraut und entwickeln eine geeignete Strategie zur Zerstörung explosiver Munition und Waffen. Die Demobilisierung soll laut Friedensvertrag nach 180 Tagen, also etwa Ende Mai, abgeschlossen sein.

Unterstützung aus Deutschland

UN-Beobachter überwachen die Waffen und entwickeln eine Strategie zur Zerstörung explosiver Munition.

UN-Beobachter überwachen die Waffen und entwickeln eine Strategie zur Zerstörung explosiver Munition.
© Michael Gottschalk/photothek.de

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UN-Beobachter überwachen die Waffen und entwickeln eine Strategie zur Zerstörung explosiver Munition.

UN-Beobachter überwachen die Waffen und entwickeln eine Strategie zur Zerstörung explosiver Munition.

UN-Beobachter überwachen die Waffen und entwickeln eine Strategie zur Zerstörung explosiver Munition.

Im Januar hatte der damalige Außenminister Steinmeier Kolumbien besucht. Dort hatte er die deutsche finanzielle Unterstützung für den Friedensprozess zugesichert, persönlich eine der Entwaffnungszonen im Konfliktgebiet besichtigte und sich mit beiden Parteien des Abkommens ausgetauscht. Die zugesagte Unterstützung wurde nun umgesetzt. Insgesamt stellt Deutschland den Vereinten Nationen 500.000 Euro für die Entwaffnung in Kolumbien zur Verfügung. Als neutraler Akteur des Drei-Parteien-Mechanismus nimmt die UN-Mission eine wichtige Rolle ein, um Vertrauen zwischen Rebellen und Regierung aufzubauen und dafür Sorge zu tragen, dass sich beide Seiten an die Vereinbarung halten.

Entwaffnung hautnah

Einen ganzen besonderen Einblick in den Entwaffnungsprozess bietet das Projekt "Crónicas Desarmadas", das die Deutsche Botschaft in Bogotá unterstützt. Auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite werden Persönlichkeiten aus den Entwaffnungszonen und ihrer Umgebung porträtiert. Die dort erzählten Geschichten bieten einen plastischen Eindruck von der Herausforderung, nach einem so langen Konflikt nachhaltigen Frieden zu schaffen.

Zum Weiterlesen:

Crónicas Desarmadas

Informationen zur Mission der UN in Kolumbien

Deutsch-Kolumbianisches Friedensinstitut


Stand 03.03.2017

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