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Erstes Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Israel

Als erste israelische Stadt hat Tel Aviv am 10. Januar eine Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eingeweiht. Das Denkmal liegt ganz bewusst mitten im zentral gelegenen Meir-Park: Juden und andere Minderheiten wurden im nationalsozialistischen Deutschland davon abgehalten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Nun soll gerade dieser öffentliche Ort zum Gedenken an die Verfolgten genutzt werden.

Gemeinsam mit Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai weihte der deutsche Botschafter Andreas Michaelis die neue Gedenkstätte ein.  Bürgermeister Huldai unterstrich die Offenheit der Stadt Tel Aviv: "Das Denkmal erinnert uns daran, wie wichtig es für uns ist, jeden Menschen zu respektieren. Es ist nur selbstverständlich, dass ein solches Denkmal in Tel Aviv existiert - einem Ort, der allen Gruppen und Menschen offensteht."

Mahnung für die Zukunft

Botschafter Michaelis weiht das Denkmal ein

Botschafter Michaelis weiht das Denkmal ein
© AA

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Botschafter Michaelis weiht das Denkmal ein

Botschafter Michaelis weiht das Denkmal ein

Botschafter Michaelis weiht das Denkmal ein

Botschafter Michaelis erinnerte in seiner Rede an die Gräueltaten der Nazi-Diktatur: "Juden und andere Minderheiten wurden im nationalsozialistischen Deutschland davon abgehalten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Heute nutzen wir diesen öffentlichen Ort, um an diese Menschen zu erinnern." 

Eine freie Gesellschaft respektiere alle Personen ohne Ansehen von Rasse, Religion, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung. Es sei wichtig, durch Denkmäler und Straßennamen an Ereignisse der Vergangenheit zu erinnern. Sie müssten Mahnungen für die Zukunft sein, so Michaelis.

Das Denkmal befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum kommunalen Begegnungszentrum für Homosexuelle. Seine Form, ein rosa Dreieck, erinnert an die rosafarbenen Winkel, die Homosexuelle in Konzentrationslagern als Erkennungszeichen tragen mussten.

Homosexuelle wurden im Nationalsozialistischen Deutschland verfolgt: Bereits 1935 ordneten die Nationalsozialisten die umfassende Kriminalisierung männlicher Homosexualität an. Dazu wurden die im §175 des Strafgesetzbuches vorgesehenen Bestimmungen gegen homosexuelles Verhalten erheblich ausgeweitet. 1936 wurde auf Anordnung Heinrich Himmlers ein eigenes Zentrum für den Kampf gegen Homosexuelle geschaffen. Mehrere tausend Menschen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in Konzentrationslager verschleppt; bis zu 15.000 von ihnen kamen dort ums Leben.


Rede von Botschafter Andreas Michaelis zur Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, 10.01.14 (in englischer Sprache) (PDF, 40 KB)


Stand 10.01.2014

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