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Mehr Hilfe für Folteropfer im Irak
Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts erhalten irakische Folteropfer bessere Behandlungsmöglichkeiten. Im nordirakischen Erbil hat das Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) ein neues Zentrum eröffnet. Es ist das dritte Behandlungszentrum für Folteropfer im Irak.
Seit 2008 hat das Auswärtige Amt den Aufbau von Betreuungszentren für Folteropfer im Irak mit 500.000 Euro unterstützt. Bereits 2005 gründete das bzfo in der nordirakischen Millionenstadt Kirkuk ein Rehabilitationszentrum für Folteropfer. Es war das erste seiner Art und konnte seither 2.000 Menschen versorgen. 2009 folgte ein zweites Zentrum in Sulaimaniya. Am 5. Mai 2010 schließlich wurde das neueste Behandlungszentrum für irakische Folteropfer in der Stadt Erbil eingeweiht.
Hilfe für schwer traumatisierte Menschen
600 Opfer von Menschenrechtsverletzungen soll das Zentrum in Erbil jährlich versorgen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von Kindern und Frauen. Psychologen, Ärzte, Sozialarbeiter und Physiotherapeuten bieten kostenlose Behandlung der oft schwer traumatisierten Opfer an. Das Zentrum bietet aber auch Beratung für Eltern und Familienangehörige, kümmert sich um Waisenheime sowie Kinder und Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind.
Mehr als zwei Millionen Iraker sind in den vergangenen Jahren vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen im Süd- und Zentralirak geflohen. Rund 700.000 Menschen suchten Zuflucht in den Nordprovinzen. Bereits während der Herrschaft des irakischen Ba'th-Regimes wurden zahlreiche Iraker Opfer von Folter - darunter auch Kinder, die entweder selbst misshandelt wurden oder zusehen mussten, wie Angehörige gefoltert wurden. Auch nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein fallen Kinder und Jugendliche im Irak Gewalt und Misshandlung zum Opfer: durch Entführungen, kriegerische Auseinandersetzungen oder Terroranschläge.
Stand 06.05.2010
