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"Deutsch-Griechischer Zukunftsfonds" nimmt Arbeit auf

Aus Anlass des Besuchs von Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias am Freitag (12.09.) in Berlin hat auch der Deutsch-Griechische Zukunftsfonds seine Arbeit aufgenommen. Mit 1 Million Euro jährlich ausgestattet soll er Projekte fördern, die der Versöhnung und der historische Aufarbeitung zwischen Deutschland und Griechenland dienen.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte im März 2014 während seines Besuchs in Griechenland ein klares Bekenntnis zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Untaten des NS-Regimes in den Jahren 1941 bis 1944 abgelegt und die Angehörigen der Opfer um Verzeihung gebeten. Als besonders wichtig für eine wirkliche Aussöhnung unterstrich er dabei die Bedeutung eines verstärkten Jugendaustauschs zwischen Deutschland und Griechenland im Zeichen gemeinsamer Erinnerungsarbeit. Zudem seien zusätzliche Anstrengungen zur wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufarbeitung der dunklen Kapitel der deutsch-griechischen Geschichte nötig.

Während der Jubiläumsveranstaltung am 12. September in Berlin nannte Gauck die Einrichtung des  "Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds" ein "selbstbewusstes Bekenntnis" dazu, die "Zukunft gemeinsam zu gestalten, ohne dabei die Vergangenheit aus dem Blick zu verlieren".

Müssen unsere Geschichte besser kennen

Europa-Staatsminister Michael Roth, der seit seinem Amtsantritt mehrfach zu Gesprächen in Griechenland war, betonte anlässlich eines Treffens mit griechischen Journalistinnen und Journalisten sowie Jugendlichen aus Griechenland am 10. September in Berlin, dass Deutschland fest an der Seite Griechenlands stehe - auch und gerade in der schweren Krise, die das Land in den letzten Jahren durchlebt habe. 

Roth erklärte weiter:

Wir wissen sehr wohl, dass Vertrauen zwischen unseren Völkern auch heute keine Selbstverständlichkeit ist. Voraussetzung für Vertrauen und Solidarität ist gegenseitiges Verständnis. Um uns wirklich zu verstehen, müssen wir unsere Geschichte besser kennen.

Er habe bei seinen Besuchen in Griechenland erfahren, wie stark das Land "unter der Willkür und Grausamkeit der deutschen Besatzung zu leiden hatte". Der Bundespräsident habe es bei seinem Staatsbesuch im März 2014 "auf den Punkt gebracht: Wir Deutsche haben uns noch nicht ausreichend mit dieser Geschichte auseinander gesetzt", so Roth kritisch. Deshalb freue er sich, dass nun mit dem Zukunftsfonds des Auswärtigen Amts wie auch mit dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk Instrumente geschaffen worden seien, die "ein besonders starkes Signal des Miteinanders und Füreinanders geben".

Historische Aufarbeitung der Jahre 1941-1944 fördern

Bundespräsident Gauck zu Gast bei Griechenlands Staatsoberhaupt Papoulias (06.03.14.)

Bundespräsident Gauck zu Gast bei Griechenlands Staatsoberhaupt Papoulias (06.03.14.)
© picture alliance/dpa

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Bundespräsident Gauck zu Gast bei Griechenlands Staatsoberhaupt Papoulias (06.03.14.)

Bundespräsident Gauck zu Gast bei Griechenlands Staatsoberhaupt Papoulias (06.03.14.)

Bundespräsident Gauck zu Gast bei Griechenlands Staatsoberhaupt Papoulias (06.03.14.)

Das Auswärtige Amt hat einen "Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds" eingerichtet, der die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten zur historischen Aufarbeitung der Weltkriegsereignisse fördern soll. Durch die Finanzierung einzelner Projekte sollen eine gemeinsame deutsch-griechische Erinnerungskultur geschaffen und gegenüber den Opfergemeinden Zeichen der Versöhnung gesetzt werden. Die bislang nur wenig umfangreiche Forschung zur gemeinsamen Geschichte soll ausgebaut werden. Zudem sind Beiträge zum Erhalt der jüdischen Gemeinde in Griechenland, vor allem in Thessaloniki, geplant.

Dieses Jahr ist bereits ein umfangreiches Sonderprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) angelaufen, um Forschungen zur beiderseitigen Geschichte verstärkt zu fördern und die gegenseitigen Wissenschaftsbeziehungen zu stärken. Die Förderung von Projektvorschlägen der griechischen Opfergemeinden und Opfergruppen sind ebenso geplant wie öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. Hierzu stehen die deutschen Vertretungen in Griechenland - neben der Botschaft in Athen auch das Generalkonsulat in Thessaloniki - in Kontakt mit ihren griechischen Partnern.

Zum Weiterlesen:

Informationen zur Projektarbeit und zur Antragstellung

Flyer zum Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds (DAAD, Auswärtiges Amt) (PDF, 108 KB)


Stand 12.09.2014

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