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Auf dem Weg zum wirtschaftlichen Schwergewicht

Angolas Hauptstadt Luanda hat in den letzten Jahren einen wahren Bauboom erlebt

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© photothek/Gottschalk

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Angolas Hauptstadt Luanda hat in den letzten Jahren einen wahren Bauboom erlebt

Angolas Hauptstadt Luanda hat in den letzten Jahren einen wahren Bauboom erlebt

Angolas Hauptstadt Luanda hat in den letzten Jahren einen wahren Bauboom erlebt

Auf der letzten Station seiner Afrikareise hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch (26.03.) das deutsch-angolanische Wirtschaftsforum eröffnet und ist mit Vertretern von Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft zusammengetroffen. Angola ist aufgrund seiner jüngsten Entwicklung auf dem besten Weg, zu einem wirtschaftlichen und politischen Schwergewicht in Subsahara-Afrika zu werden.

Am Mittwoch Vormittag kam der deutsche Außenminister zunächst mit dem angolanischen Wirtschaftsminister Abraão Gourgel zusammen. Steinmeier nutzte die Gelegenheit, um seinem angolanischen Kollegen die Mitglieder der Wirtschaftsdelegation vorzustellen, die den deutschen Außenminister auf seiner Afrikareise begleiten. 

Im Anschluss eröffnete Steinmeier das deutsch-angolanische Wirtschaftsforum. Aufgrund der politischen Entwicklung nach dem Bürgerkrieg und großer Rohstoffvorkommen ist Angola auf dem besten Weg, zu einem wirtschaftlichen und politischen Schwergewicht in Subsahara-Afrika zu werden. Dennoch bleiben zahlreiche Herausforderungen bestehen, beispielsweise ein hohes Maß an Korruption und mangelnde demokratische und wirtschaftliche Teilhabe.

Die deutsch-angolanischen Beziehungen haben sich in den vergangenen Jahren intensiviert; besondere Dynamik haben die Wirtschaftsbeziehungen. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands in Subsahara-Afrika geworden. Deutschland importiert aus Angola fast ausschließlich Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnisse. Der Export nach Angola beinhaltet vor allem Fahrzeuge und Ausrüstungslieferungen.

Wachstum und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen

Wolkenbruch in Luanda

Wolkenbruch in Luanda
© photothek/Gottschalk

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Wolkenbruch in Luanda

Wolkenbruch in Luanda

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In seiner Rede vor den deutschen und angolanischen Wirtschaftsvertretern sprach Steinmeier von "großen Chancen der Zusammenarbeit" für beide Länder. In vielen Feldern stecke man dabei noch in der Pionierarbeit: Angola habe in den letzten Jahren wahre Entwicklungssprünge vollzogen, die nun einen grundlegenden Ausbau der Infrastruktur vom Straßenbau über Stromnetze bis zur Müllentsorgung forderten. "Das sind Bereiche, in dem deutsche Unternehmen sehr qualifiziert sind", bekräftigte der Außenminister. Die Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum sei jedoch, dass es auch gesellschaftlich auf einer breiten Basis stehe, so Steinmeier weiter:

Die Wirtschaft kann nur wachsen, wenn es den Menschen gut geht - wenn sie Bildung, Rechte, ein soziales Netz haben - und wenn sie wissen: Auf den Staat, in dem ich lebe, ist Verlass. Deshalb sage ich: Wachstum und soziale Gerechtigkeit, Wachstum und Verlässlichkeit der Administration, Wachstum und eine verlässliche Justiz: Sie gehören zusammen.

Die vollständige Rede von Außenminister Steinmeier finden Sie hier.

Wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit vertiefen

Am Vormittag traf Steinmeier im Außenministerium auf seinen Amtskollegen Rebelo Chicoty. Die anschließende kurze Fahrt zum Amtssitz des Staatspräsidenten nahm unerwartet viel Zeit in Anspruch, weil ein wahrer Wolkenbruch auf die Delegation niederprasselte: Im Laufe weniger Minuten verwandelten sich die Straßen in der Hauptstadt Luanda in reißende Sturzbäche. Etwas verspätet und durchnässt erreichte die Delegation dennoch den Präsidentenpalast, wo Steinmeier ein Gespräch mit dem Staatspräsidenten Eduardo dos Santos führte. Im Mittelpunkt stand auch hier die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Angola.

In der anschließenden Pressekonferenz mit Außenminister Chicoty äußerte sich Steinmeier auch zur aktuellen Lage in der Ukraine. Die am vergangenen Freitag beschlossene Beobachtermission der OSZE bezeichnete der Außenminister als "Schritt in die richtige Richtung". Nun hoffe er auf eine weitergehende Zusammenarbeit in Form einer Kontaktgruppe.

Treffen mit Opposition und Zivilgesellschaft

Neben den Gesprächen mit angolanischen Regierungsvertretern traf Steinmeier am Nachmittag auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft zusammen. Sie informierten ihn über die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Entwicklung des Landes 10 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs. Im Anschluss hatte der deutsche Außenminister die Gelegenheit, mit Vertretern der Opposition zu sprechen. 

Der Tag endete mit einer Besichtigung der Festung São Miguel und einem letzten Blick über die Stadt Luanda - ihre zahlreichen Baustellen und Kräne stehen symbolisch für den Kontinent im Aufbruch, den Frank-Walter Steinmeier während seiner dreitägigen Afrikareise erleben konnte.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist vom 23.-27. März nach Äthiopien, Tansania und Angola gereist. Mit seiner ersten Afrikareise in der zweiten Amtszeit möchte der Außenminister deutlich machen, dass Deutschland die aufstrebenden Länder Afrikas als Partner bei der Lösung globaler Herausforderungen ansieht und die entstehende wirtschaftliche und soziale Dynamik als Chance für beide Seiten begreift.

Weitere Informationen

Rede von Außenminister Steinmeier zur Eröffnung des Deutsch-Angolanischen Wirtschaftsforums (26.03.14)

Außenminister Steinmeier in Äthiopien: Aufbau der afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (24.04.14)

Außenminister Steinmeier in Tansania: 50 Jahre bilaterale Beziehungen (25.03.14)

Deutsch-angolanische Beziehungen

Regionaler Schwerpunkt: Afrika


Stand 27.03.2014

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