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Ägyptischer Außenminister Shoukry in Berlin

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwoch (13.01.) seinen ägyptischen Amtskollegen Sameh Shoukry im Auswärtigen Amt begrüßt. Schwerpunkt der Gespräche waren die Lage in der Region, die deutsch-ägyptische Zusammenarbeit sowie die gestrigen Anschläge in Istanbul.

Nunmehr 10 deutsche Todesopfer bei Istanbul-Anschlag zu beklagen

Das Gespräch sei auch von dem Terroranschlag am Vortag in der Altstadt von Istanbul überschattet gewesen, so Steinmeier. "Leider haben wir inzwischen die traurige Gewissheit, dass es (…) 10 deutsche Terroropfer gegeben hat." Der Terroranschlag habe fast ausschließlich deutsche Staatsangehörige getroffen. Aber bislang, so Steinmeier, lägen keine Hinweise vor, dass gezielt eine deutsche Gruppe angegriffen worden sei.

Kampf um die Köpfe der jungen Menschen

Mit Blick auf die Situation in Ägypten sagte Steinmeier: "Wir wissen, dass auch Ägypten einer sehr realen terroristischen Bedrohung gegenübersteht", versicherte Steinmeier. Mit militärischen Mitteln allein sei diese Form von Extremismus allerdings nicht zu besiegen: "Wir müssen uns dem Kampf um die Köpfe der jungen Menschen stellen." Steinmeier hob hervor, dass es darauf ankomme, dass man "möglichst viele Menschen in einer Gesellschaft auch mitnehme" und wo immer es gehe "für politische Lösungen sorge".

Austausch zur Lage in der Region

Steinmeier tauschte sich mit seinem Kollegen Shoukry auch zu den jüngsten Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien aus. "Eine neue Konfrontation ist das letzte, was diese Region jetzt im Augenblick braucht", so Steinmeier. Beide Außenminister wollen sich dafür engagieren, dass "die neuen Spannungen (…) nicht all das vernichten, das wir auf der Suche nach einer politischen Lösung für Syrien in den letzten Monaten des vergangen Jahres auf den Weg gebracht haben." Daher habe Steinmeier auch den Koordinator der syrischen Oppositionsgruppen, Riad Hidschab, zu Gesprächen nach Berlin eingeladen habe.

Steinmeier und Shoukry bei der Pressekonferenz

Steinmeier und Shoukry bei der Pressekonferenz
© photothek

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Steinmeier und Shoukry bei der Pressekonferenz

Steinmeier und Shoukry bei der Pressekonferenz

Steinmeier und Shoukry bei der Pressekonferenz

An einer politischen Lösung für Libyen habe auch Ägypten ein ganz besonderes Interesse. Nun komme es darauf an, dass die "Regierung der nationalen Einheit", die durch die Gespräch in Rom kurz vor Weihnachten auf den Weg gebracht worden war, auch Sicherheitsbedingungen in Libyen vorfinde, in denen sie ihre Arbeit aufnehmen könne. Steinmeier forderte: "Alle müssen mithelfen, Gegner und Blockierer dieser Vereinbarung noch an Bord zu holen."

Ägyptisch-Deutsche Beziehungen ausbauen

Weiteres Thema zwischen Außenminister Steinmeier und seinem Amtskollegen Shoukry war der Ausbau der deutsch-ägyptischen Wirtschaftsbeziehungen. "Wir wissen, dass die Erwartungen der Ägypter auf Arbeitsplätze, Wachstum und Lebenschancen riesig sind", so Steinmeier. Aber auch das Interesse der deutschen Wirtschaft an Ägypten sei groß.

Tourismus sei für Ägypten eine wichtige Wirtschaftssparte. Die Außenminister tauschten sich dazu aus, wie sie bei der Sicherheit von Urlaubern, von Hotels und Flugverkehr noch enger zusammenarbeiten können.

Außenminister Steinmeier betonte, dass Deutschland auch der Dialog und die Arbeit der deutschen Stiftungen am Herzen liegen. Er, Steinmeier, hoffe sehr, dass „wir die Schwierigkeiten aus der Vergangenheit möglichst bald aus der Welt schaffen können und die Stiftungen ihre Arbeit im gewohnten Rahmen wieder aufnehmen können.

Zum Weiterlesen:

Länderinformationen Ägypten


Stand 13.01.2016

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