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Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik 2015: Im Zeichen der weltweiten Krisen

Das Auswärtige Amt hat am Mittwoch (09.03.) den Jahresbericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) für das Jahr 2015 an den Deutschen Bundestag übermittelt. Ein neuer Akzent des aktuellen Berichts liegt auf dem Beitrag der AKBP zur Stabilisierung sowie der Bewältigung und Prävention von Krisen.

1,7 Milliarden Euro für die AKBP

In der deutschen Außenpolitik ist die AKBP ein Instrument mit bedeutender finanzieller Schlagkraft. Im Bundeshaushalt 2015 waren dafür knapp 1,7 Milliarden Euro vorgesehen - davon entfällt mit rund 57 Prozent der Löwenanteil auf die Aktivitäten des Auswärtigen Amts. Seit 1994 erstattet die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag jährlich Bericht über die AKBP-Aktivitäten. Der nunmehr 19. Bericht umfasst den Zeitraum von Januar bis Dezember 2015.

Das Jahr 2015 war außenpolitisch von zahlreichen schweren Krisen gezeichnet. Diesem globalen Umfeld hat sich auch die AKBP angepasst. Angesichts der zugespitzten Flüchtlingslage konnte kurzfristig das Netzwerk der Auslandsvertretungen genutzt werden, um - beispielsweise in Afghanistan - Aufklärungskampagnen zu starten und so den gezielt gestreuten Gerüchten krimineller Schlepper entgegenzuwirken.

Schnelle Hilfe in Krisenregionen

Zerstörungen nach den Erdbeben im Frühjahr 2015

Zerstörungen nach den Erdbeben im Frühjahr 2015
© Rohit Ranjitkar

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Zerstörungen nach den Erdbeben im Frühjahr 2015

Zerstörungen nach den Erdbeben im Frühjahr 2015

Zerstörungen nach den Erdbeben im Frühjahr 2015

Angesichts des blutigen Konflikts in Syrien unterstützt Deutschland syrische Flüchtlinge bei der Fortsetzung ihres Studiums - sowohl in Deutschland als auch in ihrer Herkunftsregion - um den Menschen langfristige Zukunftsperspektiven zu schaffen. Mit der "Philipp-Schwartz-Initiative" erhalten verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Chance, ihre Arbeit für bis zu drei Jahre an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen fortzusetzen.

Auch in anderen Krisengebieten ist die deutsche AKBP zur Stelle. Nachdem das schwere Erdbeben in Nepal verheerende Schäden angerichtet hatte, wurde zerstörtes Kulturerbe wie der Königspalast von Patan mit deutscher Unterstützung wieder aufgebaut. In Mali läuft derweil die Restaurierung der berühmten Handschriften von Timbuktu weiter, die 2013 unter dramatischen Umständen vor der Zerstörungswut der Islamisten gerettet werden konnten.

Erfolgsgeschichte Deutsch als Fremdsprache

Neben der flexiblen Reaktion auf Unvorhergesehenes behält die AKBP ihren langen Atem für strategische Ziele. So wird die Förderung von Deutsch als Fremdsprache - einem klassischen Schwerpunkt - weiter vorangetrieben. Mit Erfolg: Seit 2010 ist die Anzahl der Deutschlernenden weltweit von 14,9 auf 15,4 Millionen angestiegen, insbesondere in den Wachstumsregionen China, Indien und Brasilien.

Auch jenseits des bloßen Spracherwerbs ist die kontinuierliche Bildungsbegleitung im Ausland ein langfristiges Anliegen der AKBP. Von Deutschen Auslands- und Partnerschulen oder Studienprogrammen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) bis hin zu Alumni-Aktivitäten: Am Ende der Bildungsförderung stehen hochqualifizierte Menschen, die durch ihre Bildungsbiographie Deutschland dauerhaft verbunden sind.

19. AKBP-Bericht der Bundesregierung (PDF, 841 KB)

Zum Weiterlesen

Ziele und Aufgaben der AKBP

Kulturerhalt in Nepal: Restaurierung des Königstempels von Patan


Stand 09.03.2016

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