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G8 - Gruppe der Acht
"Familienfoto" des G8-Gipfels in Deauville 2011
© picture-alliance/dpa
Wer gehört zu den G8?
Der Gruppe der Acht (G8) gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika an; außerdem ist die Europäische Union vertreten. Der Vorsitz innerhalb der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern. Im Januar 2012 haben die USA turnusgemäß die G8-Präsidentschaft übernommen.
Der sichtbarste Teil des G8-Prozesses sind die jährlichen Gipfeltreffen, zu denen die Staats- und Regierungschefs üblicherweise zur Jahresmitte vom Vorsitz eingeladen werden. Diese Treffen bieten ihnen die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch ihre Standpunkte auszutauschen. Sie sind außerdem Ausgangspunkt der gemeinsamen G8-Initiativen.
Gipfel 2012 in Camp David
Am 18./19. Mai 2012 findet der Gipfel in Camp David in den USA statt. Dabei wollen die Staats- und Regierungschefs über die Gewalt in Syrien, die Fortführung der "Deauville-Partnerschaft" zur Unterstützung der Reformprozesse in Nordafrika, den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Afghanistan, Maßnahmen für nachhaltiges Wachstum der Weltwirtschaft, Klima- und Energiepolitik und Ernährungssicherheit sprechen. Weiter wird es um die Überwindung der Verschuldungskrise gehen.
"Deauville-Partnerschaft"
Im Vorjahr war Frankreich der Gastgeber des Gipfels in Deauville 26./27. Mai 2011. Dort wurde die "Deauville-Partnerschaft" als Reaktion auf die Umbrüche im Nahen Osten und Nordafrika ins Leben gerufen.
Die G8-Staaten unterstützen die Staaten der Region beim Aufbau von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsschutz, bei wirtschaftlich-sozialen Reformen und der zivilgesellschaftlichen Entwicklung.
Auch die Außenminister treffen sich im G8-Rahmen
Neben den Gipfeltreffen gibt es regelmäßige Zusammenkünfte der Außenminister der G8, um außenpolitische Fragen zu erörtern. Andere Fachminister treffen sich ebenfalls im G8-Kreis, beispielsweise die Umwelt- oder die Entwicklungsminister. Am 11. und 12. April 2012 trafen sich die Außenminister der G8 zu Beratungen in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington. Im Mittelpunkt des Treffen standen die fragile Lage in Syrien und die internationalen Bemühungen um ein Ende der dortigen Gewalt. Weitere Themen: das iranische Nuklearprogramm, der Nahost-Friedensprozess, Afghanistan, Nordkorea und Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent.
Mehr zum Treffen der G8-Außenminister in Washington
Wie funktioniert der G8-Prozess?
Der G8-Prozess besteht aus mehr als nur den Gipfeltreffen. Im Lauf der Jahre hat sich rund um dieses Ereignis zwischen den Regierungen der G8 ein dichter Prozess der politischen Abstimmung entwickelt. Die Themen für den Gipfel und die Ministertreffen werden von hochrangigen Mitarbeitern der Staats- und Regierungschefs und der Minister vorbereitet, die in der G8-Sprache "Sherpas" und "Sous-Sherpas" genannt werden. Diese treffen sich dazu mehrmals im Jahr.
G8-Themen Afrika, Nichtverbreitung, Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität
Die Umsetzung der G8-Afrika-Beschlüsse, an deren Gestaltung das Auswärtige Amt wesentlich mitwirkt, liegt in den Händen des G8-Afrika-Beauftragten der Bundeskanzlerin aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Die G8 beauftragen in Einzelfällen Expertengruppen mit weiterführenden Arbeiten zu einzelnen Themen – wie etwa zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen oder dem internationalen Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. Die dort erarbeiteten Empfehlungen werden bei den Gipfeln von den Staats- und Regierungschefs erörtert und fließen in die Gipfelbeschlüsse mit ein.
Die G8 bleiben auch weiterhin ein informelles Abstimmungsforum. Die Beschlüsse der Gruppe entfalten dennoch politische Bindungswirkung und werden von den G8 mit gemeinsamer Stimme in andere multilaterale Foren eingebracht.
Stand 18.05.2012
