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VN-Standort Bonn auf Wachstumskurs

Außenminister Westerwelle ist in Bonn mit Vertretern der dort ansässigen VN-Organisationen zusammengetroffen. Das Gespräch ist Teil des laufenden Austausches zwischen den VN-Organisationen in Bonn und dem Auswärtigen Amt.

Westerwelle sprach mit einer Delegation unter Leitung von Dr. Flavia Pansieri, der Sprecherin der Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn. Sie ist Exekutivkoordinatorin des UN-Freiwilligenprogramms, also der ersten in Bonn angesiedelten VN-Organisation. Mit dem Treffen bekundet der Außenminister seine Unterstützung für den VN-Standort in Bonn.

In 15 Jahren von 50 auf über 900 Mitarbeiter

Am Bonner VN-Standort stehen die Zeichen klar auf Wachstum: 1996 gab es nach dem Umzug von UN Volunteers (UNV; VN-Freiwilligen­programm) 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in drei Büros. Heute arbeiten dort über 900 Menschen in Büros von 18 verschiedenen Organisationen. 

Die Bundesregierung wird sich gemeinsam mit der Stadt Bonn auch künftig dafür einsetzen, dass Bonn als Standort der Vereinten Nationen gestärkt wird und ihnen wie auch ihrem Personal beste Arbeits- und Lebensbedingungen bieten kann.

Die fachliche Betreuung des sog. "VN-Campus" in Bonn liegt seit 2007 in der Zuständigkeit des Auswärtigen Amtes. Hierzu gibt es seit dieser Zeit eine VN-Kopfstelle des Auswärtigen Amtes in Bonn als direkter Ansprechpartner für die VN-Organisationen in Bonn. Diese Arbeitseinheit übernimmt die politische Koordinierung der VN-Angelegenheiten in Bonn und unterstützt die Betreuung der VN-Bediensteten und ihrer Familien in Statusangelegenheiten und Protokollfragen.

Richtfest am Platz der Vereinten Nationen

Guido Westerwelle mit der Bonner VN-Delegation © Ute Grabowsky/photothek.net

Guido Westerwelle mit der Bonner VN-Delegation
© Ute Grabowsky/photothek.net

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Guido Westerwelle mit der Bonner VN-Delegation

Guido Westerwelle mit der Bonner VN-Delegation

Guido Westerwelle mit der Bonner VN-Delegation

Vor wenigen Tagen - am 11. Oktober - ist der Bonner VN-Campus seiner vorläufigen Vollendung einen weiteren Schritt näher gekommen: Auf der Baustelle am sogenannten Alten Abgeordnetenhaus am Platz der Vereinten Nationen wurde Richtfest gefeiert. Seit 2009 richtet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) das Gebäude nach bauökologischen Richtlinien zum neuen Dienstsitz des Sekretariats der Klimarahmenkonventionen der Vereinten Nationen (UNFCCC) her.

18 VN-Organisationen in Bonn - kurz vorgestellt

Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV):
UNV fördert freiwillige Einsätze als Entwicklungskonzept. Es baut auf der Kultur des Freiwilligendienstes auf und mobilisiert erfahrenes und engagiertes Personal, das vor Ort oder Online Arbeitszeit und Fachwissen in den Dienst der Entwicklung stellt. Das Programm wurde 1970 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Es wird vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verwaltet.

Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC):
Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC) wurde im Jahr 1992 geschlossen. Es hilft den Staaten, der Herausforderung des Klimawandels zu begegnen. Ziel ist, die Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem nachhaltigen Niveau zu stabilisieren. Das Übereinkommen ist gegenwärtig mit 189 Regierungen und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft als Vertragspartei fast universal. Das Kyoto-Protokoll - im Jahr 1997 angenommen - konkretisiert Teile des Übereinkommens.

Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD):
Die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung ist 1996 in Kraft getreten. Seitdem arbeitet dieser multilaterale Vertrag daran, die Förderung von nachhaltiger Entwicklung in ariden Ökosystemen sicherzustellen. Ziel der Konvention ist es, Wüstenbildung zu bekämpfen und die Auswirkungen von Dürrekatastrophen, insbesondere in Afrika, zu reduzieren.

Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (UNEP/CMS):
1979 wurde das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (CMS - auch bekannt als "Bonner Konvention") geschlossen. Es enthält verbindliche Regeln für den globalen Schutz der bedrohten Tierarten. Darüber hinaus werden im Rahmen der Konvention internationale Abkommen für bestimmte Arten geschlossen.

Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (UNEP/AEWA):
Das Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA) ist ein internationaler Vertrag, der 1995 als Ableger der Konvention der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS) geschlossen wurde. Das Abkommen schützt 235 Wasservogelarten in einem Gebiet, das 40 Prozent der Erdoberfläche abdeckt.

Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, im Nordostatlantik und der Irischen See (UNEP/ASCOBANS):
Das Abkommen schützt alle Arten von Zahnwalen im Abkommensgebiet mit Ausnahme des Pottwals. Das Sekretariat von UNEP/ASCOBANS ist das Koordinationsorgan des Abkommens. Es stellt die Verwaltungseinrichtung bereit, sammelt und verbreitet Informationen im Bezug auf die Umsetzung des Abkommens und organisiert, unterstützt und bereitet die Treffen der Gremien von Entscheidungsträgern und Beiräten des Abkommens vor.

Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen (UNEP/EUROBATS):
Das Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen (EUROBATS) wurde 1991 unter der Schirmherrschaft von UNEP/CMS geschlossen. Die strategischen Ziele des Abkommens sind die Identifizierung von wichtigen Stätten und Gebieten für den Fledermausschutz, die Überwachung des Zustands und der Entwicklung von Fledermauspopulationen (Monitoring) sowie Studien über ihr Wanderverhalten.

Sekretariat der Vereinten Nationen für die Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge-Plattform zur Förderung von Frühwarnung (UN/ISDR-PPEW):
Die Plattform des Sekretariats der Vereinten Nationen für die Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge (UN/ISDR) basiert auf einer Empfehlung der Zweiten Internationalen Konferenz zu Frühwarnung, die im Jahr 2003 in Bonn abgehalten wurde. Sie fördert die Integration von Frühwarnung in Entwicklungspläne und Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge.

Universität der Vereinten Nationen – Vizerektorat in Europa (UNU-ViE)
Das UNU-ViE wurde im Juni 2007 als erstes UNU-Vizerektorat außerhalb des UNU-Hauptsitzes Tokio eingerichtet. Das Vizerektorat zielt auf die Stärkung der Präsenz der UNU in Europa und soll enge Verbindungen zwischen Gremien des VN-Systems, Regierungen und Hochschul- und Forschungseinrichtungen sowie anderen Stellen entwickeln. Dabei trägt es als ein Forum für Dialog und Ideenaustausch insbesondere zur Entwicklung von Kapazitäten in Entwicklungsländern bei. Thematischer Schwerpunkt des Vizerektorats in Europa sind Fragen der Wissenschaft und Technologie im Dienst der menschlichen Sicherheit.

Universität der Vereinten Nationen - Institut für Unwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS):
Die Universität der Vereinten Nationen hat das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) eingerichtet, um die Vulnerabilität und die Belastungsfähigkeit der Gesellschaft, die von natürlichen und vom Menschen verursachten Gefährdungen in einer sich verändernden  Umwelt betroffen sind, zu erfassen.

Universität der Vereinten Nationen – Internationales Programm zur Erforschung menschlicher Einwirkungen auf globale Umweltveränderungen (UNU-IHDP)
Das 2007 in Bonn eingerichtete Sekretariat des internationalen interdisziplinären Programms IHDP hat zum Ziel, die Forschung der Ursachen und Konsequenzen menschlicher Einwirkungen auf die globale Umwelt weltweit zu vernetzen und weiterzuentwickeln.

Weltgesundheitsorganisation - Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit (WHO-ECEH):
Ziel des seit 2001 in Bonn arbeitenden Zentrums ist es, zuverlässige Informationen und Rat zur Verfügung zu stellen, sowie die Mitgliedstaaten mit auf Fakten basierenden Strategien zu unterstützen, um öffentliche Gesundheit und urbane Umweltqualität zu gewährleisten und voranzubringen. Schwerpunkte sind Luftverschmutzung, Lärm und Wohn- und Arbeitsbedingungen.

Internationales Zentrum der UNESCO für Berufsbildung (UNESCO-UNEVOC):
Das Internationale Zentrum UNESCO-UNEVOC hilft den Mitgliedstaaten weltweit ihre Einrichtungen zur Berufsbildung und Fortbildung am Arbeitsplatz zu entwickeln und zu verbessern. 

Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen - Verbindungsbüro in Deutschland (UNRIC):
Das Regionale Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC) in Brüssel und sein deutsches Verbindungsbüro in Bonn dienen als Kontaktstelle für die Vereinten Nationen in Deutschland. Hauptaufgaben von UNRIC Brüssel sind die offizielle Vertretung der Vereinten Nationen in Westeuropa und die Verbreitung von Informationen über die Tätigkeit der Vereinten Nationen.

Beratungsstelle der Welttourismusorganisation für biologische Vielfalt und Tourismus für vom Tsunami betroffene Gebiete (UNWTO)
Die im Oktober 2006 eingerichtete Beratungsstelle der Welttourismusorganisation unterstützt die nachhaltige Tourismusentwicklung auf Grundlage der Richtlinien des Übereinkommens über die biologische Vielfalt und bietet Beratungsleistungen für den Wiederaufbau der vom Tsunami zerstörten touristischen Infrastruktur.

Programm für Kapazitätsentwicklung der UNO Wasserdekade (UNW-DPC)
Das im August 2007 eröffnete Programmbüro steht unter dem Dach der UN-Universität. Sein Ziel ist es, die Aktivitäten der im UN-Water Verband zusammenarbeitenden VN-Organisationen auf den Gebieten Ausbildung und institutionelle Kapazitätsentwicklung zu koordinieren und zu verbessern.

Space Based Information for Desaster Management and Emergency Response (UN-SPIDER)
SPIDER--Space Based Information for Desaster Management and Emergemcy Response, ein Programm des VN-Weltraumbüros OOSA (Office for Outer Space Affairs), soll als Schnittstelle zwischen Raumfahrtorganisationen und Nutzern dienen und so den Zugang zu Weltraumdaten für die Katastrophenvorbeugung und das Katastrophenmanagement verbessern. Das SPIDER--Space Based Information for Desaster Management and Emergemcy Response-Büro in Bonn wurde am 29. Oktober 2007 eröffnet.

The Economics of Ecosystems and Biodiversity (UNEP-TEEB)
Das im Dezember 2009 unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Bonn errichtete neue Sekretariat ist für die Koordinierung der weltweiten Arbeiten an der Studie über den wirtschaftlichen Wert von Ökosystemen und biologischer Vielfalt zuständig.

Unterstützung durch weitere Institutionen aus dem Bereich Entwicklungs- und Umweltpolitik
Die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn sind weiterhin engagiert, dass die Vertretungen der Vereinten Nationen durch ein kompetentes und dynamisches Arbeitsumfeld unterstützt werden: rund 150 Einrichtungen zu Fragen der Entwicklungs- und Umweltpolitik haben inzwischen ihren Sitz oder ein Büro in Bonn (darunter das Zentrum für Entwicklungsforschung, der Deutsche Entwicklungsdienst, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik, InWent - aber auch eine Vielzahl halbstaatlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen).


Stand 14.10.2011