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Auf dem Weg zu einer globalen "Energiewende"

Beim 2. Berliner "Energy Transition Dialogue" rief Außenminister Frank-Walter Steinmeier dazu auf, "jetzt und heute gemeinsam ans Werk" zu gehen und die Verpflichtungen von Paris umzusetzen. Außenminister Steinmeier eröffnete die Konferenz am Donnerstagmorgen (17.3.) gemeinsam mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Zahlreiche Minister, unter anderem aus Norwegen, Südafrika, Saudi-Arabien und Tunesien sowie hochrangige Delegationen und Gäste aus 74 Staaten waren zu den zweitägigen Beratungen in die deutsche Hauptstadt gekommen.

Das "Grüne Sofa" ist einmal um die Welt gereist und nun zurück im Berlin: Die Bundesregierung hat am 17./18.03. zur 2. Konferenz "Berlin Energy Transition Dialogue 2016 – towards a global Energiewende" im Auswärtigen Amt geladen. Zur Eröffnung rief Außenminister Steinmeier dazu auf, "jetzt und heute gemeinsam ans Werk" zu gehen und die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen umzusetzen.

Nachhaltige Energieversorgung, so Steinmeier, sei auch ein wichtiges außenpolitisches Thema: "Wir leben in turbulenten Zeiten - Ukraine, Syrien, Irak, Libyen (...) Dies stellt auch die Energiepolitik vor neue Herausforderungen. Konflikte um knappe Ressourcen werden auch die nächsten Generationen prägen. Und die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf Stabilität und Sicherheit werden zunehmen." 

2015 gab es international wegweisende Erfolge

Außenminister Steinmeier hält die Eröffnungsrede

Außenminister Steinmeier hält die Eröffnungsrede
© Auswärtiges Amt

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Außenminister Steinmeier hält die Eröffnungsrede

"From negotiation to action": Außenminister Steinmeier hält die Eröffnungsrede

Außenminister Steinmeier hält die Eröffnungsrede

Vor diesem Hintergrund, betonte der deutsche Außenminister, seien 2015 "international einige wegweisende Erfolge" auf dem Weg zu nachhaltiger Energieversorgung erzielt worden. Neben dem historischen Erfolg bei den Klimaverhandlungen in Paris im November nannte er zweitens die Einigung auf die sogenannten Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung (SDGs) im Rahmen der Vereinten Nationen. Drittens zeige das Beispiel der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA), dass multilaterale Institutionen zur weltweiten Vernetzung nachgefragt werden: "Nur sieben Jahre nach ihrer Gründung sind schon drei Viertel aller Staaten Mitglied".

Gleichzeitig mahnte Steinmeier, dass für die Umsetzung der Energiewende "unser aller Einsatz gefragt" sei: "Auch die Verpflichtungen von Paris werden wir nur dann umsetzen können, wenn wir jetzt und heute gemeinsam ans Werk gehen! Die eigentlichen Anstrengungen beginnen erst". Es gelte die gesamte Energieversorgung, Städte und Mobilität "radikal umzubauen". Für Steinmeier heißt das gleichzeitig, dass nachhaltige Energieversorgung "entwicklungsfördernd" sein müsse: Energiewende gebe es eben nicht als "one size fits all". Er rief die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt dazu auf, die globale Energiewende anzupacken:

Die globale Energiewende ist kein Selbstläufer. 'From negotiation to action' ist deswegen das Motto der Stunde. Gehen wir es gemeinsam an!

Energiewende weltweit: Jetzt und gemeinsam ans Werk gehen

"Mit der Energiewende haben Deutschland und andere Staaten einen wichtigen Schritt getan, der in anderen Ländern sehr aufmerksam verfolgt wird. Kaum jemand hat dies vor zehn Jahren für möglich gehalten. Heute wissen wir: Die Energiewende ist technisch möglich und finanzierbar": Außenminister Steinmeier unterstrich, dass der "Berlin Energy Transition Dialogue" daher die Plattform für den notwendigen Erfahrungsaustausch zwischen wichtigen Akteuren bieten könne.

Ziel der Konferenz war es, nach dem erfolgreichen Klimagipfel von Paris den internationalen Dialog über eine sichere, umweltverträgliche und kosteneffiziente weltweite Energiewende weiter voranzutreiben. Erfolgsentscheidend dabei war, dass Politikkonzepte mit den Erfahrungen und der Leistungsfähigkeit der Privatwirtschaft abgeglichen werden, um Energiewenden zu beschleunigen und gleichzeitig alle wichtigen Marktakteure einzubinden. "Als Land, das den Begriff Energiewende geprägt hat, möchte Deutschland seine Erfahrungen mit internationalen Partnern teilen. Wir wollen in einen Dialog treten, um die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung auf der Basis Erneuerbarer Energien und mehr Effizienz gemeinsam zu planen", so Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

Die Konferenz hat Außen- und Energieminister aus aller Welt mit hochrangigen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammengebracht. In diesem Austausch ging es auch darum, Anregungen für zukünftige politische Entscheidungen und Allianzen weltweit entwickelt werden.

Neben Außenminister Steinmeier und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat auch Umweltministerin Barbara Hendricks an den zweitägigen Beratungen teilgehabt. Sie eröffnete den zweiten Tag der Veranstaltung. Ebenso sind der Generaldirektor der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), Adnan Amin, der Generaldirektor der Internationalen Energie Agentur (IEA), Fatih Birol, sowie viele weitere Ministerinnen und Minister aus zahlreichen Staaten nach Berlin gekommen.

Blick in das Publikum im Weltsaal des Auswärtigen Amts

Blick in das Publikum im Weltsaal des Auswärtigen Amts
© Auswärtiges Amt

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Blick in das Publikum im Weltsaal des Auswärtigen Amts

Blick in das Publikum im Weltsaal des Auswärtigen Amts

Blick in das Publikum im Weltsaal des Auswärtigen Amts

Der Physiker und Umweltaktivist Amory B. Lovins, Mitbegründer und Leiter des Rocky Mountain Institute, erhielt im Rahmen der Konferenz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Erstmals hatten die Konferenzteilnehmer in diesem Jahr die Möglichkeit, auch ein umfangreiches Rahmenprogramm wahrzunehmen. Die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur angebotenen Exkursionen haben es den Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlaubt, die deutsche Energiewende vor Ort zu erleben. Bereits beim ersten Berlin Energy Transition Dialogue im März 2015 kamen mehr als 700 Teilnehmende aus fast 60 Ländern – darunter 15 Ministerinnen und Minister – in Berlin zusammen, um den Umbau und die Zukunft der globalen Energieversorgung zu diskutieren.

Die Konferenz wurde von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) veranstaltet, das umfangreiche Rahmenprogramm von der Deutschen Energieagentur (dena).

Die Konferenz in den Sozialen Medien

  • Tweets zur Veranstaltung finden Sie unter dem Hashtag #betd2016. 
  • Auf folgenden Kanälen können Sie die Veranstaltung verfolgen: @greensofa_betd @AuswaertigesAmt @BMWi_Bund @bEEmerkenswert

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Stand 21.03.2016

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