Hauptinhalt

Luxemburger Abkommen

Mit dem Luxemburger Abkommen vom 10. September 1952 übernahm die Bundesrepublik Verantwortung für die Folgen des Völkermords an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Mit über 3 Milliarden DM für den Staat Israel und die Jewish Claims Conference wurde vor allem die Eingliederung jüdischer Flüchtlinge in Israel unterstützt. Diese Summe war damals eine hohe finanzielle Belastung. Doch im Gegensatz zur DDR bekannte sich die Bundesrepublik damit zur deutschen Schuld – ein wichtiger Schritt für ihre gleichberechtigte Rückkehr in die Gemeinschaft der Völker.

Etwas anderes als schwierige Verhandlungen war nicht zu erwarten, als die bundesdeutsche und die israelische Delegation Anfang 1952 erstmals in Den Haag zusammenkamen. Entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Luxemburger Abkommens hatte der israelische Außenminister Moshe Sharett (1894–1965). Das Bild zeigt die Unterzeichnung des Vertrages: Gegenüber Sharett (3 v. l.) sitzen Adenauer (3 v. r.) und Walter Hallstein, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Siegel und Unterschrift weisen nach, dass Vertragsurkunden authentisch sind. Bis in die 1950er Jahre hinein wurden völkerrechtliche Verträge oft noch mit den persönlichen Siegeln der Unterhändler gesiegelt. So auch hier: Während Moshe Sharett bereits das Behördensiegel des israelischen Außenministeriums verwendete, benutzte Adenauer ein Siegel mit seinem persönlichen Wappen.

Es zeigt einen Schrägbalken, belegt mit einer Rose, und wurde schon 1623 von dem Notar Christian Adennewer gebraucht.

Jahr für Jahr werden zentrale Dokumente zur Geschichte der deutschen Außenpolitik durch das Institut für Zeitgeschichte wissenschaftlich aufbereitet und veröffentlicht, so auch zur Entstehung und Umsetzung des Luxemburger Abkommens.

Lesen Sie mehr darüber:


Stand 16.11.2009

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere