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Stabilität Malis zählt für die Region und für Europa

Frank-Walter Steinmeier hat am Montag (02.05) seinen gemeinsamen Besuch in Mali mit dem französischen Außenminister Ayrault abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Reise standen die Bemühungen um Stabilisierung und Versöhnung nach der schweren Krise der Jahre 2012/13. Die Entwicklung in Mali sei entscheidend für die gesamte Region und damit letztlich auch für Europa, sagte Steinmeier während seines Besuchs.

Der malische Außenminister Abdoulaye Diop empfängt Steinmeier und Ayrault bei Ankunft in Bamako.

Der malische Außenminister Abdoulaye Diop empfängt Steinmeier und Ayrault bei Ankunft in Bamako.
© Thomas Imo/photothek.net

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Der malische Außenminister Abdoulaye Diop empfängt Steinmeier und Ayrault bei Ankunft in Bamako.

Der malische Außenminister Abdoulaye Diop empfängt Steinmeier und Ayrault bei Ankunft in Bamako.

Der malische Außenminister Abdoulaye Diop empfängt Steinmeier und Ayrault bei Ankunft in Bamako.

Schrecksekunde beim Start

Es war eine Reise mit strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Den heikelsten Moment erlebte die deutsch-französische Delegation allerdings schon beim Start in Berlin: Nach einem Vogelschlag und anschließender Vollbremsung bei 240km/h platzte ein Reifen am Regierungsflieger. Doch die Passagiere kamen mit einem Schrecken davon. Als die Bremsen abgekühlt und der Reifen gewechselt war, konnte die Reise doch noch stattfinden.

In Mali führten die beiden Minister zahlreiche Gespräche mit malischen Regierungsvertretern, darunter Staatspräsident Ibrahim Boubacar Keita und Außenminister Abdoulaye Diop. Bei den Gesprächen ging es um die Frage, wie das Land nach den gewalttätigen Turbulenzen der letzten Jahre nachhaltig stabilisiert werden kann.

Dank für das beherzte Eingreifen Frankreichs

Außenminister Steinmeier dankte der französischen Regierung für das beherzte Eingreifen im Rahmen der Mission Serval Anfang 2013, die das Land davor bewahrt habe, von islamistischen Gruppierungen überrannt zu werden. Frieden und Versöhnung wieder herzustellen, sei von entscheidender Bedeutung nicht nur für Mali selbst, sondern für die gesamte Nachbarregion, sagte Steinmeier im Anschluss an das Treffen mit Staatspräsident Keita. Auch mit Blick auf Terrorismus und organisierte Kriminalität wie Menschen- und Drogenschmuggel sei die Entwicklung daher auch für Europa wichtig.

Schlüssel zur Umsetzung des Friedensabkommens liegt in Mali

Um nationale Versöhnung zu erreichen, sei das im Jahr 2015 geschlossene Friedensabkommen der einzig gangbare Weg, so Steinmeier. Dies bedeute ernsthaftes Engagement für die Dezentralisierung der Verwaltung, notwendige Reformen, gemeinsame Patrouillen der vormals verfeindeten Volksgruppen und wirksame Armutsbekämpfung. Der Schlüssel zum Erfolg liege bei den Maliern selbst. Deutschland und Europa stehen ihrerseits in der Verantwortung, bei der Stabilisierung nach Kräften zu unterstützen.

Die Außenminister Steinmeier und Ayrault mit dem malischen Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly bei ihrem Besuch im Camp Castor in Gao/Mali.

Die Außenminister Steinmeier und Ayrault mit dem malischen Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly bei ihrem Besuch im Camp Castor in Gao/Mali.
© Thomas Imo/photothek.de

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Die Außenminister Steinmeier und Ayrault mit dem malischen Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly bei ihrem Besuch im Camp Castor in Gao/Mali.

Die Außenminister Steinmeier und Ayrault mit dem malischen Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly bei ihrem Besuch im Camp Castor in Gao/Mali.

Die Außenminister Steinmeier und Ayrault mit dem malischen Verteidigungsminister Tieman Hubert Coulibaly bei ihrem Besuch im Camp Castor in Gao/Mali.

Besuch im Militärstützpunkt

Teil dieser Unterstützung ist das deutsche Engagement im gefährlichen Norden des Landes. Dort werden im Rahmen der UN-Friedensmission MINUSMA bis zu 650 Bundeswehrsoldaten stationiert. Außenminister Steinmeier und Ayrault statteten den Soldatinnen und Soldaten vor Ort am Montagnachmittag einen Besuch ab.

Zunächst erwiesen sie den Gefallenen – erst kürzlich sind drei französische Sicherheitskräfte bei einer Minenexplosion ums Leben gekommen – mit einer Kranzniederlegung die Ehre. „Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die während dieses Einsatzes ihre Angehörigen verloren haben“, sagte Steinmeier anschließend.

Respekt und Dank für die Soldaten

Bei einem Gespräch mit den deutschen Soldaten der UN-Mission zeigte sich Steinmeier beeindruckt: "Wir sind hier, um Respekt zu zeigen vor Ihnen und der Arbeit, die Sie tun". Beeindruckt war Steinmeier auch von der sengenden Hitze, die die Arbeit der Soldaten nicht einfacher macht: Bei Steinmeiers Ankunft in Gao waren es knapp 50 Grad Celsius. "Ich will Ihnen auch ausdrücklich danken, dass Sie den Weg hierher gegangen sind und ihren Dienst hier an diesem schwierigen Ort erfüllen."

Nach Einbruch der Dunkelheit setzte die Delegation ihre Reise fort. Kurz vor Mitternacht traf Steinmeier dann als erster deutscher Außenminister im Nachbarland Niger ein.


Stand 03.05.2016

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