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Außenminister Steinmeier reist nach Asien

Vom 30. Oktober bis 4. November ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu Besuch in Korea und Indonesien: Beide sind wichtige Partnerländer in Asien - auch bei der Bewältigung internationaler Krisen. Erster Stopp ist die koreanische Hauptstadt Seoul.

In Deutschland spricht man von einem 'guten alten Freund' nicht dann, wenn der Freund alt ist, sondern gute Freunde sind die, deren Freundschaft lange anhält, die belastbar und vertrauensvoll ist." 

Das erklärte Außenminister Steinmeier am Freitag (31.10.) in Seoul mit Blick auf die bereits über 130 Jahre währenden diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Korea. Diese seien auf ein "breites Fundament" gebaut, so Steinmeier.

Wir pflegen nicht nur die Erinnerungen an die Vergangenheit, sondern wir haben es immer wieder verstanden diese Freundschaft jung zu halten und immer wieder neue Impulse zu setzen.

Die beiden Außenminister Yun (r.) und Steinmeier in Seoul

Die beiden Außenminister Yun (r.) und Steinmeier in Seoul
© photothek.net

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Die beiden Außenminister Yun (r.) und Steinmeier in Seoul

Die beiden Außenminister Yun (r.) und Steinmeier in Seoul

Die beiden Außenminister Yun (r.) und Steinmeier in Seoul

Zum Auftakt seines Besuchs in Seoul wurde der deutsche Außenminister sowohl von Präsidentin Park Geun-hye als auch von seinem Amtskollegen Yun Byung-se zu politischen Gesprächen empfangen. Steinmeier hatte bereits vor seiner Abreise betont, dass die Felder der Zusammenarbeit vielfältig seien. 

Zum Beispiel seien Deutschland und Korea beide sehr innovative Wirtschaftsnationen. Daher sei es eine Selbstverständlichkeit, so der deutsche Außenminister, "dass wir uns austauschen über Fragen von Technologie, von Mittelstand, von Sozialpartnerschaft – und heute auch über das duale Ausbildungssystem." Am Freitag Nachmittag besuchte Steinmeier den koreanischen Standort des deutschen Hochtechnologie-Unternehmens "Trumpf", um sich über aktuelle Entwicklungen in der Industrie-Lasertechnologie zu informieren.

Auch außenpolitisch seien die Länder mit Blick auf die internationale Zusammenarbeit auf einer Linie.

Deutschland und Korea haben in den vergangenen Jahren eine breite und moderne Partnerschaft gestaltet – weit über die lebendigen Wirtschaftsbeziehungen hinaus. Unsere Partnerschaft umfasst Kooperation im Bereich Technologie, Berufsbildung und Forschung genauso wie die enge Abstimmung im Bereich der internationalen Politik – etwa mit Blick auf die Atomverhandlungen mit Nordkorea.


Nordkorea müsse sich entscheiden, sagte Steinmeier bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem koreanischen Amtskollegen Yun, zwischen der Beibehaltung seines Atomprogramms und dem Wunsch nach wirtschaftlicher Entwicklung und gutnachbarschaftlichen Beziehungen: "Beides wird gleichzeitig nicht gehen."

Beratergremium zu außenpolitischen Fragen der Wiedervereinigung

Erstmals tagt in Seoul eine hochrangige Beratergruppe zu außenpolitischen Aspekten der Wiedervereinigung, in der die deutschen Erfahrungen mit Korea geteilt werden sollen. Sie war am 18. September 2014 mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding in Berlin offiziell ins Leben gerufen worden. 

Für Außenminister Steinmeier ein besonderes Feld der Zusammenarbeit, da Deutschland und Korea die "schmerzliche Erfahrung einer jahrzehntelangen Teilung" verbinde. Die deutsche Teilung konnte vor fast genau 25 Jahren überwunden werden. Dazu der Außenminister:

Eine Aussöhnung oder gar Wiedervereinigung in Korea ist leider derzeit nicht in Sicht. Ich erlebe aber in vielen Gesprächen, dass Südkorea diese Aussöhnung mit viel Engagement und strategischer Geduld anstrebt.

Steinmeier und sein koreanischer Amtskollege Yun werden am Samstagmorgen (01.11.) mit dem Beratergremium zusammentreffen, bevor der deutsche Außenminister und seine Delegation die innerkoreanische Grenze bei Panmunjeom besuchen werden.

Indonesien als wichtiger Partner im Asien-Pazifik-Raum

Indonesiens neue Außenministerin Retno Marsudi

Indonesiens neue Außenministerin Retno Marsudi
© dpa/picture-alliance

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Indonesiens neue Außenministerin Retno Marsudi

Indonesiens neue Außenministerin Retno Marsudi

Indonesiens neue Außenministerin Retno Marsudi

Das außen- und sicherheitspolitische Engagement Indonesiens und die Rolle des Landes im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) werden Schwerpunkte der Gespräche zwischen Außenminister Steinmeier und dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo und Außenministerin Retno Marsudi am Montag (3.11.) sein. Marsudi, zuletzt indonesische Botschafterin in den Niederlanden, ist seit dem 27. Oktober 2014 die erste Frau in diesem Amt.

Weitere Themen sind die dynmanische Wirtschaftsentwicklung des Landes und die Umsetzung und Weiterentwicklung der "Jakarta Declaration" vom Juni 2012. Mit dieser Vereinbarung wurden die deutsch-indonesischen Beziehungen zu einer Strategischen Partnerschaft aufgewertet und die Kooperation in verschiedenen Politikfeldern wie zum Beispiel in den Bereichen Handel, Gesundheitswesen, Wissenschaft, Technologie und Bildung vertieft.

Interreligiöser Dialog

In Indonesien werden die Rolle des Islam und sein Verhältnis zum Staat weitestgehend gewaltfrei und offen diskutiert. Somit könnte das Land eine Vorbildfunktion in Südostasien wie auch in der islamisch geprägten Welt einnehmen. In Jakarta wird der deutsche Außenminister auch ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft führen, die sich für den interreligiösen Dialog einsetzen.

Autofreier Sonntag in Jakarta

Ein Spaziergang über den Zentralplatz und rund um das "Willkommensdenkmal" der indonesischen Hauptstadt wird bereits am "autofreien Sonntag" (2.11.) den Auftakt des zweiten Teils der Asienreise von Außenminister Steinmeier bilden. Im Anschluss besucht er auch das Goethe-Institut und trifft sich mit indonesischen PASCH-Schülern. Die PASCH-Schule in Jakarta gehört zum weltumspannenden Netz von rund 1.500 Auslandsschulen mit besonderer Deutschlandbindung. (Mehr Informationen darüber finden Sie hier.)


Lesen Sie hier mehr zu den bilateralen Beziehungen zwischen Korea und Deutschland

Lesen Sie hier mehr zu den bilateralen Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland


Stand 31.10.2014

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