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In luftiger Höhe: Tag der offenen Tür in Peking

Slackliner Alex Schulz balanciert über das Gebäude der Deutschen Botschaft in Peking

Slackliner Alex Schulz balanciert über das Gebäude der Deutschen Botschaft in Peking
© AA

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Slackliner Alex Schulz balanciert über das Gebäude der Deutschen Botschaft in Peking

Slackliner Alex Schulz balanciert über das Gebäude der Deutschen Botschaft in Peking

Slackliner Alex Schulz balanciert über das Gebäude der Deutschen Botschaft in Peking

Die Deutsche Botschaft in China hatte bei ihrem diesjährigen Tag der offenen Tür ein ganz besonderes Highlight zu bieten: Der deutsche Weltrekordhalter im "Slacklinen" balancierte auf dem Hochseil einmal über das Botschaftsgebäude. Unser Kollege Andreas Hofem, Leiter des Deutschlandzentrums in Peking, hat die rekordverdächtige Veranstaltung organisiert.

Nachts um ein Uhr der Anruf: "Wir sind jetzt gleich an der Botschaft!" Als ich an der Botschaft ankomme, steht er schon da: Ein riesiger Baukran, 75 Tonnen schwer, 15 Meter lang. Angerollt aus Zhuhai, über 2.000 Kilometer von Peking entfernt. Der Militärposten am Botschaftstor sieht irritiert zu, während der Koloss einparkt und seinen Ausleger langsam ausfährt. Aus einer verwegenen Idee wird in diesem Moment Wirklichkeit.

Einige Monate zurück, Ende des letzten Jahres. Vor wenigen Monaten habe ich meinen Posten als Leiter des Deutschlandzentrums angetreten. Zufällig lese ich einen Artikel über einen Weltrekord im Slacklinen - dem Balancieren auf einem dünnen Band, aufgespannt zwischen zwei Objekten. Ich denke, das sind genau die Geschichten, die wir im Deutschlandzentrum brauchen: Wie toll wäre es, wenn wir etwas Ähnliches einmal in die Botschaft bringen könnten! Schon am nächsten Tag erscheint ein Interview mit dem deutschen Weltrekord-Slackliner Alex Schulz auf unserem Blog. Der Kontakt ist hergestellt und es reift der Gedanke für eine außergewöhnliche Veranstaltung in der Botschaft.

Überschreite Grenzen - Entdecke Deutschland

Unzählige Emails, Anrufe und Überzeugungsarbeit später, zurück im Frühjahr 2015: Alex Schulz befestigt mit seinem Team ein Ende des knapp 2cm breiten Hochseils am Dach der Botschaft - ungläubig beäugt von den vielen Besuchern, die sich vor der Botschaft sammeln. Aus der Idee ist der größte Tag der offenen Tür geworden, den die Botschaft in Peking je veranstaltet hat. Das Motto lautet in diesem Jahr: "Überschreite Grenzen – Entdecke Deutschland". Rund 1.400 junge Chinesinnen und Chinesen sind gekommen, um ein Stück Deutschland zu erleben.

Kaum ist das Band gespannt, öffnen sich auch schon die Botschaftstore. Schnell füllt sich der Hof. Umringt von einer aufgekratzten Menschenmenge, die ihre Handys und Kameras in die Höhe reckt, begrüßte Botschafter Michael Clauss die Besucher.

15 Meter über der Botschaft

Während die Begrüßungsworte noch durch den Hof schallen, macht sich Alex Schulz schon bereit. Über 70 Meter erstreckt sich das Hochseil in 15 Metern Höhe. Für ihn keine große Herausforderung - wenige Tage später wird er in der mongolischen Wüste den Längenweltrekord von 610 Metern aufstellen. 

Doch es ist ein starkes Symbol: Unter frenetischem Jubel balanciert Schulz vor einem strahlend blauem Pekinger Himmel über die Botschaft. Nicht nur in der Botschaft, auch davor verfolgt man seinen Gang ungläubig: Autos und Busse stauen sich, Leute bleiben stehen, Anwohner hängen an den Fenstern, die Militärpolizei macht lange Hälse und große Augen. Der Hochseilakt löst in diesem Moment alle Grenzen auf, ein magischer Moment.

Ein Tag der offenen Tür zum Anfassen

Ein chinesischer Slackliner präsentiert seine Kunst

Ein chinesischer Slackliner präsentiert seine Kunst
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Ein chinesischer Slackliner präsentiert seine Kunst

Ein chinesischer Slackliner präsentiert seine Kunst

Ein chinesischer Slackliner präsentiert seine Kunst

Als Schulz vom Hochseil herabsteigt, wandelt sich die Spannung in Begeisterung. Nun geht es weiter mit der Veranstaltung: An verschiedenen Ständen in Botschaft, Hof und Residenzgarten informieren DAAD und Goethe-Institut über ihre Arbeit. Und auch hier sind die Slackliner am Werk: Zur Musik eines deutschen DJs springen und wirbeln chinesische Freunde von Alex Schulz auf zwei Hochseilen, schlagen Salti und landen immer wieder auf dem dünnen Band. Daneben balancieren Besucher über kurze Slacklines über den Boden. Mit wackligen Knien tasten sie sich vorwärts, ein, zwei Schritte, dann folgt meist schon der Abgang. Ein Tag der offenen Tür zum Anfassen, Entdecken und Ausprobieren!

Über all die Aufregung ist fast unbemerkt die Nacht über Peking hereingebrochen. Das Ende der Veranstaltung naht, die Besucher tröpfeln in Richtung Ausgang. Dort halten sie inne. Von unten angestrahlt steht Alex Schulz noch einmal auf der Highline. Ein letztes Mal tänzelt er über die Botschaft hinweg, hinaus in den Pekinger Nachthimmel. 

Auf dem Heimweg komme ich noch einmal am Kran vorbei. Er wird gerade für den Rückweg nach Zhuhai bereit gemacht. Ich muss schmunzeln: Was alles möglich ist! Und wie schnell bin ich vom unbedarften Berufsanfänger zum Eventmanager geworden!


Stand 22.05.2015

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