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Auf diplomatischer Mission in Kenia

Andreas Peschke ist vor über 20 Jahren schon einmal durch Kenia gereist - damals noch als Student. Seit September 2013 ist er deutscher Botschafter in Nairobi und dort für so unterschiedliche Aufgaben wie die Unterstützung von Flüchtlingen aus dem Südsudan oder die Kontaktpflege mit kenianischen Künstlern zuständig. Ein großer Vorteil sind dabei seine Kenntnisse der Landessprachen: Neben Englisch und Swahili spricht er auch ein paar Worte Maa, die Sprache der Massai.

Staub, heißer Wind, 45 Grad: Das Flüchtlingslager Kakuma in der nördlichen Halbwüste Kenias, nahe der Grenze mit Südsudan, ist ein unwirtlicher Ort. Wegen des Bürgerkriegs im Nachbarland kommen täglich 300 neue Flüchtlinge nach Kenia. 120.000 Menschen wohnen bereits in diesem Lager. Damit ist Kakuma überbelegt; das UNO-Flüchtlingswerk schlägt Alarm. Als deutscher Botschafter in Kenia besuche ich das Lager, mache mir ein Bild vor Ort, spreche mit Flüchtlingen und mit den humanitären Helfern aus aller Welt. Deutschland wird die Flüchtlinge und die Hilfsorganisationen weiter unterstützen.

Deutschland in Kenia gut vertreten

Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern

Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern
© AA

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Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern

Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern

Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern

In Kenia wohnen etwa 1000 Deutsche, jährlich besuchen 70.000 Touristen die malerische Küste oder die weltberühmten Nationalparks. Außerdem gibt es in Kenia ein Goethe-Institut, ein Büro des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), etwa 100 deutsche Firmen, über 200 Entwicklungs­helfer sowie eine deutsche Schule. Deutschland ist also gut vertreten in Kenia, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrums Ostafrikas. Das gesamte Team der Botschaft und auch ich haben alle Hände voll zu tun, um unsere Landsleute bei ihrem Aufenthalt in Kenia zu unterstützen, wo immer es geht. 

Auch die Terrorgefahr aus dem benachbarten Somalia schafft Probleme für das Land und für uns alle. Kürzlich begrüßte ich ein deutsches Schiff der EU-Mission Atalanta im Hafen von Mombasa, das zur Bekämpfung der Piraterie in den kenianischen Küstengewässern eingesetzt werden soll.

Botschaft unterstützt Trinkwasserversorgung

Als Vertreter der deutschen Botschaft arbeiten wir hier aber nicht nur mit der kenianischen Regierung zusammen, sondern haben auch mit Journalisten, Unternehmern, Menschenrechtsaktivisten und Künstlern zu tun. 

Außerdem setzt die deutsche Botschaft Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit um: Deutschland unterstützt z.B. die Versorgung der Bevölkerung auf dem Land und in städtischen Slums mit sauberem Trinkwasser. 

Mit der zuständigen Umweltministerin, Judi Wakhungu, weihe ich ökologische Toiletten in einer Schule in einem Massai-Dorf ein. Ich begrüße die versammelten Krieger, Ältesten und Frauen erst auf Englisch, dann auf Swahili, dann in ihrer Muttersprache Maa. Die Stimmung der Anwesenden wird immer besser: Wer die Sprache der Menschen spricht und sich für ihre Kultur interessiert, ist bei Kenianern immer gern gesehen.

Wer einmal gekostet hat, kehrt zurück

Amboseli-Nationalpark

Amboseli-Nationalpark
© AA

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Amboseli-Nationalpark

Amboseli-Nationalpark

Amboseli-Nationalpark

Im Jahr 1993, bevor ich Diplomat wurde, habe ich Kenia als Student bereist. Jetzt bin ich wieder hier - diesmal als deutscher Botschafter in Nairobi. Die Kikuyu, ein anderes Volk Kenias, haben ein Sprichwort: Wer einmal Honig gekostet hat, kehrt zum Honigtopf zurück. So ist es wohl auch in meinem Fall.

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Stand 07.05.2014

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