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Neue Bilder fürs Netz

„Auf diplomatischer Mission“ berichten wir seit Beginn des Jahres in bisher 20 Folgen, was unsere Kollegen überall auf der Welt erleben – von Bagdad über Rangun bis nach Eriwan. Aber wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag in unserer Redaktion bei www.diplo.de aus? Unsere Kollegin Laura Grünewald wirft einen Blick hinter die Kulissen des Internetreferats.  

Pünktlich zu Weihnachten erhalte ich die Nachricht, dass meine erste Dienststelle im Auswärtigen Amt nach der Ausbildung das Internetreferat sein wird. Während andere Kolleginnen und Kollegen nach Lima, Addis Abeba und Kabul versetzt werden, stelle ich mir unter meiner neuen Tätigkeit in Berlin etwa Folgendes vor: Facebook, Twitter, das Gestalten der Webseite und vielleicht auch das ein oder andere Interview. Womit ich ganz sicher nicht rechne: Ein halbes Jahr später in einer Wagenkolonne mit Blaulicht durch New York zu rasen und den Außenminister mit einer Filmkamera zu verfolgen!

Zwischen Computerbildschirm und Kameralinse

Die Arbeit im Internetreferat ist abwechslungsreicher, als man auf den ersten Blick vermutet. Als Teil des Pressereferats besteht unsere Aufgabe darin, unsere Webseite und die sozialen Medien täglich mit aktuellen Informationen, Fotos und Artikeln über die Arbeit des Auswärtigen Amts zu füttern. Daheim in Berlin heißt das vor allem: Viel Zeit vor dem Computerbildschirm verbringen. Aber geht der Außenminister auf Reisen, dann reisen wir mit: Um von unterwegs über den Besuch zu berichten, direkt nach den Treffen mit seinen ausländischen Amtskollegen Fotos hochzuladen, zu twittern und ein Reisevideo für unsere Mediathek zu filmen.

Gesprächsmarathon in New York

Und so wird auch der Besuch bei der UN-Generalversammlung in New York zu einem Gesprächsmarathon: Das Flugzeug startet gegen Mitternacht; das Hintergrundgespräch des Außenministers mit den Journalisten dauert bis in die frühen Morgenstunden. Um drei Uhr Ortszeit landen wir in New York, doch zum Schlafen ist nun kaum noch Zeit: Schon um 6:30 Uhr treffen wir uns vor dem Hotel, um am UN Pass Office für unseren "Grounds Pass" anzustehen, der uns Zutritt zum UN-Gelände verschafft. 

Erst um kurz vor acht halte ich den frisch gedruckten Pass in der Hand, und nun heisst es sprinten: Schließlich soll der Außenminister um Punkt acht Uhr sein erstes Statement vor dem Deutschen Haus geben. Atemlos erreiche ich den Sitz der Ständigen Vertretung Deutschlands schräg gegenüber vom UN-Hochhaus, als die Limousine vorfährt und der Minister aus dem Wagen steigt: Kamera an, Film läuft. Gerade nochmal Glück gehabt!

Diplomatie hautnah

Internetredakteurin Yasmin Raya (rechts) nimmt ein Statement des Außenministers auf.

Internetredakteurin Yasmin Raya (rechts) nimmt ein Statement des Außenministers auf.
© Photothek/Imo

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Internetredakteurin Yasmin Raya (rechts) nimmt ein Statement des Außenministers auf.

Internetredakteurin Yasmin Raya (rechts) nimmt ein Statement des Außenministers auf.

Internetredakteurin Yasmin Raya (rechts) nimmt ein Statement des Außenministers auf.

Im Laufe des Tages stehen aber nicht nur das Pressestatement, sondern auch die Eröffnung der UN-Generalversammlung, ein Treffen mit dem iranischen Außenminister, dem General­sekretär der Arabischen Liga, dem Präsidenten der syrischen Opposition und ein Hintergrundgespräch für die deutschen Journalisten auf dem Programm. An Jet Lag ist nicht zu denken. Gegen 21:30 Uhr der spontane Höhepunkt eines langen Tages: Das kurzfristig anberaumte Treffen mit dem neu gewählten iranischen Präsidenten Hassan Ruhani.

Schon einige Zeit vorher sitzen wir gemeinsam mit den Journalisten in der Lobby des Hotels der iranischen Delegation, warten und kämpfen gegen die Müdigkeit. Dann endlich ein Zeichen des iranischen Protokollchefs. Unser Fotograf und ich springen in den Fahrstuhl und kommen gerade noch rechtzeitig zum entscheidenden Fotomoment: Ein kurzer, aber freundlicher Händedruck zwischen dem iranischen Präsidenten und dem deutschen Außen­minister zu Beginn ihres Gesprächs – der ranghöchste Kontakt zwischen Bundesregierung und iranischer Führung seit Langem. Diplomatie hautnah. Nun noch schnell einen Satz dazu getwittert, das Foto online gestellt und ich falle endlich ins Bett. Ein nicht ganz so gewöhnlicher Tag im Internetreferat.

Video: Außenminister Westerwelle bei der UN-Generalversammlung in New York

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Stand 15.10.2013

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