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Mit Ratten auf Minen­suche in Mosambik

Ratten kennen wir hierzulande vor allem aus dem Märchen mit dem Rattenfänger von Hameln oder dem Film "Ratatouille". In Mosambik huschen die Nager auch häufig über die Straßen oder finden ihren Weg in Häuser und Gärten. Aber Ratten können auch schwere Arbeit leisten! Die mosambikanischen "Spürratten" sind in der Nähe der südafrikanischen Grenze im Einsatz und unterstützen dort Menschen und Maschinen bei der Minenräumung. Unsere Kollegin Silja Pieper, Konsulatssekretärin an der Deutschen Botschaft Maputo, hat den Spürnasen bei der Arbeit zugesehen.

Die Postkartenansichten von Sandstränden und Palmen täuschen: Erst 1992 endete ein 16-jähriger Bürgerkrieg in Mosambik. Auch über 20 Jahre später sind noch einige Gebiete im Land vermint. Die belgische Nichtregierungsorganisation (NRO) Apopo arbeitet mit einem integrierten Ansatz, der drei Formen des Minenräumens verbindet: Maschine, Mensch und Ratte werden zum Minenräumen eingesetzt.

Ein NGO-Mitarbeiter erklärt, wieviele Minen in diesem Gebiet bereits geräumt wurden.

Ein NGO-Mitarbeiter erklärt, wieviele Minen in diesem Gebiet bereits geräumt wurden.
© Apopo

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Ein NGO-Mitarbeiter erklärt, wieviele Minen in diesem Gebiet bereits geräumt wurden.

Ein NGO-Mitarbeiter erklärt, wieviele Minen in diesem Gebiet bereits geräumt wurden.

Ein NGO-Mitarbeiter erklärt, wieviele Minen in diesem Gebiet bereits geräumt wurden.

Für das Jahr 2013 hat sich Apopo vorgenommen, eine Fläche von 2,5 Millionen m2 von Minen zu befreien. In diesem Jahr wird Apopo mit Fördergeldern des Auswärtigen Amts unterstützt und konnte so z.B. wichtige Ersatzteile für Minenräumfahrzeuge beschaffen. Meine Aufgabe an der Botschaft ist es hierbei, den Zuwendungsvertrag mit der NGO zu schließen und die Projektumsetzung zu begleiten. Also ab zum Minenfeld, um die Arbeit der NRO "on the spot" kennen zu lernen!

Maschine, Mensch und Ratte bei der Minenräumung

Wir fahren nach Ressano Garcia, in die Nähe der südafrikanischen Grenze. Während des Bürgerkriegs wurde auch hier ein ganzer Landstrich entlang der Grenze vermint, denn hier verläuft eine wichtige Elektrizitätsleitung aus Südafrika, die den Süden Mosambiks mit Strom versorgt.

Zuerst wird das Gelände von gepanzerten Maschinen von Büschen und Gras befreit. Dann kommen die "manuellen Minenräumer", also Menschen mit Minendetektoren, die einzelne Korridore im Gelände freiräumen - eine mühsame Aufgabe. Und schließlich werden die Ratten eingesetzt: Mit ihrer feinen Nase schnüffeln sie das Gelände nach Sprengstoff ab und signalisieren durch Fußscharren, wenn sie eine Mine gefunden haben. Der "Rattenführer" informiert dann einen menschlichen Minenräumer mit Metalldetektor, der die Mine entschärft.

Ein Jahr Training in Tansania

Botschaftsmitarbeiterin Silja Pieper mit Spürratte Tennessee

Botschaftsmitarbeiterin Silja Pieper mit Spürratte Tennessee
© AA

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Botschaftsmitarbeiterin Silja Pieper mit Spürratte Tennessee

Botschaftsmitarbeiterin Silja Pieper mit Spürratte "Tennessee"

Botschaftsmitarbeiterin Silja Pieper mit Spürratte Tennessee

Da die Ratten viel leichter sind als Menschen oder Hunde, bringen sie die Minen nicht zur Explosion. So schaffen sie es innerhalb von 45 Minuten, eine Fläche von 200m² Metern nach Sprengstoff abzuschnüffeln - ein menschlicher Minenräumer mit Metalldetektor würde für die selbe Fläche ca. 3 Arbeitstage benötigen. Bis heute wurden in Mosambik auf diese Weise bereits 8 Mio. m² Land (ca. 1100 Fußballplätze) mit Hilfe von Ratten nach Minen abgesucht. Die Ratten werden übrigens in Tansania gezüchtet und ausgebildet; für die Minenräumung werden sie etwa 1 Jahr lang trainiert.

Einen anschließenden Besuch in einem neu eröffneten Labor zur Tuberkulosedetektion durch Ratten (auch das können die!) können wir leider nicht mehr wahrnehmen, aber auch so bin ich tief beeindruckt von den mosambikanischen Spürratten!

Mosambik hat das Ottawa-Abkommen zum Bann von Landminen ratifiziert und sich damit verpflichtet, das Land bis März 2014 vollständig von Landminen zu befreien. Die mosambik-anische Regierung ist zuversichtlich, das Ziel der kompletten Minenfreiheit mit finanzieller und technischer Unterstützung der internationalen Geber in der vorgegebenen Zeit erreichen zu können.

Weitere Information zur NGO Apopo: www.apopo.org

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Stand 16.09.2013

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