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Geburtstag einer Legende

"Auf diplomatischer Mission" feiert Friedrich Schröder, Pressereferent an der Deutschen Botschaft und Leiter des Deutschlandzentrums in Südafrika, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der East Bank High School in Johannesburg den 95. Geburtstag Nelson Mandelas.

„Kritisch, aber stabil.“ So beschreibt die südafrikanische Regierung in ihren offiziellen Verlautbarungen den Gesundheitszustand von Nelson Mandela. Die globale Ikone liegt in einem privaten Krankenhaus in Pretoria, keinen Kilometer Luftlinie von der Botschaft entfernt. Seit Wochen bangt das ganze Land um das Leben von „Madiba“, wie ihn die Südafrikaner nach seinem traditionellen Clannamen auch nennen. Kaum eine öffentliche Veranstaltung vergeht, ohne zunächst Genesungswünsche für den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes am Kap auszusprechen. Zwischenzeitlich geht es ihm sogar wieder etwas besser.

Am 18. Juli wurde die lebende Legende Mandela 95 Jahre alt. Wie begeht man so einen Geburtstag – mit einer Fernsehgala? Mit einer großen Parade, wie man es aus anderen afrikanischen Ländern kennt? Oder anlässlich seines kritischen Gesundheitszustands doch sehr zurückhaltend?

Mandela Day – und alle packen mit an

Seit 2009 haben die Vereinten Nationen den „Mandela Day“ per Resolution international fest etabliert, und jedes Jahr wächst die Zahl derer, die sich das Engagement des Friedensnobelpreisträgers zum Vorbild nehmen. Nelson Mandela hat sich 67 Jahre seines Lebens für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt: Von seinen beruflichen Anfängen im Jahr 1941 - er eröffnete als erster schwarzer Rechtsanwalt eine Kanzlei in Südafrika - bis zum Jahr 2008, als anlässlich seines 90. Geburtstags die Idee für den Gedenktag aufkam. 

Südafrika feierte seinen Landesvater, seinen „Tata“, so, wie er es sich nicht besser wünschen könnte: mit sozialem Engagement. Anlässlich des „Nelson Mandela International Day“ krempelte am 18. Juli praktisch jeder im Land die Ärmel hoch, um 67 Minuten seiner Zeit für einen guten Zweck zu opfern. Das kann das Einrichten einer Suppenküche in einem Township sein, das Spenden von Blut, das Sammeln von Kleidung für Obdachlose, eine Vorlesestunde im Altersheim oder auch die Betreuung von HIV-Waisen; alles untermalt mit viel Gesang und Tanz. Wieder andere laufen einen 67 Kilometer-Marathon oder pflanzen 67 Bäume – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Dabei steht der Tag jedes Jahr unter einem etwas anderen Motto; dieses Jahr waren es die Themen Nahrung, Unterkunft und Bildung.

“Bildung ist die stärkste Waffe, mit der man die Welt verändern kann.”

Botschafter Dr. Horst Freitag bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek

Botschafter Dr. Horst Freitag bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek
© AA

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Botschafter Dr. Horst Freitag bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek

Botschafter Dr. Horst Freitag bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek

Botschafter Dr. Horst Freitag bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek

Gemäß dem Diktum Mandelas hat sich die Botschaft Pretoria dieses Jahr dem Thema Bildung verschrieben. In Alexandra, einem der ärmsten Johannesburger Townships, in dem Nelson Mandela einige Zeit verbrachte und das er einen „treasured place“ nennt, haben wir zwei bedürftigen Schulen neue Bücher für die Schulbibliothek, Kopierer und Computer mit Bibliothekssoftware gespendet. Dabei haben wir aber nicht bloß einen Scheck überreicht, sondern selbst mit angepackt: Vom Praktikanten bis zum Botschafter half jeder mit, die neuen Bücher in die Regale zu räumen und die Technik einzurichten. Es hat zugegebenermaßen nicht exakt 67 Minuten gedauert, aber bei sozialem Engagement geht es nicht um die Sekunde. Dabei war die Botschaft nicht allein: Auch die Ortsgruppe der Familien- und Partnerorganisation im Auswärtigen Amt (FFD) hat sich mit einem eigenen Projekt eingebracht: Einer Grundschule in Mamelodi, einem Township bei Pretoria, stiftete der FFD Unterrichtsmaterial.

Erfreulich war, dass trotz zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen eine erkleckliche Anzahl von Journalisten dem Aufruf gefolgt sind und über unsere Aktivitäten berichtet haben. Die Webberichterstattung inklusive sozialer Medien hat die Botschaft selbstverständlich selbst übernommen – denn wir wollen ja auch und vor allem junge Menschen erreichen.

Zurück zu Mandela: Der Friedensnobelpreisträger regte schon früh dazu an, es nicht bei den 67 Minuten pro Jahr zu belassen: „Make every day a Mandela Day.“ Wir alle sollten seinem Beispiel folgen – jeden Tag, überall auf der Welt.

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Stand 23.07.2013

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