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Deutsche Sprache und Kultur zum Mitsingen

Die Förderung der Deutschen Sprache ist ein wichtiges Ziel der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Doch wie setzt man das um in konkrete Projekte und Aktivitäten? Unsere Kollegin Wiebke Brahe ist seit drei Jahren Kulturreferentin an der Deutschen Botschaft in Riga. Sie berichtet von den zahlreichen Aktivitäten der Botschaft und der deutschen Kulturmittler, die in Lettland unter anderem für die deutsche Sprache aktiv sind:

Wenn es darum geht, die Beziehungen zwischen zwei Staaten zu verbessern, dann denkt man meist an Besuchsdiplomatie oder Staatsverträge. Die Grundlage guter Beziehungen ist jedoch, sich gut zu verstehen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Wer Deutsch spricht, kann sich über deutsche Positionen und Debatten in deutschen Medien informieren und findet Geschäftspartner unter den vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Deutsch macht neugierig auf Land und Leute.

Diplomatie ganz praktisch

Deshalb gehört es auch zu meinen Aufgaben als Kulturreferentin an der Deutschen Botschaft in Riga, mich für die Vermittlung der deutschen Sprache zu engagieren. Dabei ist meine "diplomatische Mission" oft von ganz praktischen Tätigkeiten geprägt: Etwa, wenn ich mich im Deutschunterricht mit lettischen Schülern über ihre Wendeerfahrung unterhalte oder wenn ich noch schnell mithelfe, die Kostüme der Kindergartenkinder für die Aufführung der "Vogelhochzeit von und mit Rolf Zuckowski" fertig zu stellen.

Bereit für die Aufführung der Vogelhochzeit mit Liedermacher Rolf Zuckowski

Bereit für die Aufführung der Vogelhochzeit mit Liedermacher Rolf Zuckowski
© AA

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Bereit für die Aufführung der Vogelhochzeit mit Liedermacher Rolf Zuckowski

Bereit für die Aufführung der Vogelhochzeit mit Liedermacher Rolf Zuckowski

Bereit für die Aufführung der Vogelhochzeit mit Liedermacher Rolf Zuckowski

Die deutsch-lettischen Beziehungen sind sehr eng und freundschaftlich, die beiden Länder verbindet eine mehr als 800-jährige gemeinsame Geschichte. Das merkt man auch bei der deutschen Sprache: Etwa 18 Prozent aller Schüler in der Hauptstadt Riga lernen Deutsch, fast jeder Fünfte. Deutsch ist in Lettland also mitnichten eine Geheimsprache. Und das hilft im Alltag sehr - sei es für die Wirtschaftsbeziehungen, für den Kulturaustausch oder bei politischen Gesprächen.

Enge Zusammenarbeit mit Kulturmittlern

Damit das so bleibt, gibt es in Lettland 16 PASCH-Partnerschulen, fünf von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) entsandte Deutschlehrer, einen ZfA-Fachberater für das Fach Deutsch, zwei entsandte Germanistiklektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), ein DAAD-Informationszentrum und ein Goethe-Institut mit Sprachkursangebot und Bibliothek. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die Arbeit dieser Kulturmittlerorganisationen zu koordinieren.

Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Gemeinsam haben wir zum Beispiel bereits in neun Städten Tage der Deutschen Sprache durchgeführt.  Wir haben Spiele mit der deutschen Sprache an den Schulen organisiert und Konzerte oder Kinoabende auf die Beine gestellt - an einem Tag sogar ein Programm mit 21 parallelen Veranstaltungen! Dabei hat die Botschaft die politische Ebene und die Schulverwaltungen angesprochen, die ZfA hat Lehrerfortbildungen und Elterninformationsabende angeboten, das Goethe-Institut hat Kindergärten und Grundschulen zum Thema "Frühes Deutsch" beraten und der DAAD hat Alumnigespräche organisiert.

Spiele und Konzerte rund um Deutsch

Auf welche Ideen man mit Deutsch noch kommen kann, zeigt ein anderes Beispiel aus meiner Arbeit: Die Schüler der Domchorschule in Riga hatten die Texte der deutschen Rockgruppe Rammstein im Deutschunterricht behandelt und dann in eigener Initiative für Chor adaptiert. Das habe ich den Rammstein-Musikern vorgestellt, und ihnen gefiel die Idee so gut, dass sie die Schüler als Vorgruppe bei ihrem Konzert auftreten ließen - vor rund 15.000 Menschen!

Die Tage der Deutschen Sprache waren ein voller Erfolg: In einigen Orten sind die Deutschlernerzahlen messbar gestiegen. Und allen bleibt in Erinnerung: Deutsch macht Spaß!

Weitere Beiträge aus unserer Reihe "Auf diplomatischer Mission"


Stand 10.07.2013

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