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Holocaust-Gedenktag in Israel

Der Protokollreferent an der deutschen Botschaft Tel Aviv, Christoph Peleikis, berichtet über seinen Posten an einem besonderen Tag: dem Holocaust-Gedenktag.

Holocaust-Gedenktag, 10 Uhr morgens. In ganz Israel beginnen die Sirenen zu heulen. Die Menschen bleiben stehen, der Zug- und Straßenverkehr kommt zum Erliegen, die Menschen steigen aus. Das ganze Land steht für zwei Minuten still. Die Vergangenheit ist für einen deutschen Diplomaten in Israel natürlich ohnehin präsenter als anderswo. Aber in einem Moment wie diesem kommt sie einem besonders nahe. Zusammen mit meinen Kollegen stehe ich vor der Botschaft – und habe einen Kloß im Hals.

Israel gedenkt der Opfer der Shoah nicht am 27. Januar. Auch an diesem Tag, der von den Vereinten Nationen 2005 zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt wurde und in Deutschland seit 1995 Gedenktag ist, gibt es in Israel Gedenkveranstaltungen. Aber der eigentliche Gedenktag für die Opfer des Holocaust, der Yom HaShoah, ist bereits seit 1951 in Israel ein anderer: der 27. Nisan des  jüdischen Kalenders, einige Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag. 

Bewegende Gespräche und hochrangige Besuche

Wer wie ich als Protokollreferent an der Botschaft Tel Aviv arbeitet, bekommt es mit der ganzen Bandbreite der bilateralen Beziehungen zu tun. Mit der intensiven Zusammenarbeit im wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder kulturellen Bereich; mit den Jekkes, den deutschstämmigen Einwanderern, die so viel für die Annäherung der beiden Länder getan haben, oder den verschiedenen Austauschprogrammen, an denen jedes Jahr rund 11.000 Jugendliche teilnehmen.

Gedenken an die Ermordeten in der Halle der Namen von Yad Vashem

Gedenken an die Ermordeten in der Halle der Namen von Yad Vashem
© picture alliance / DUMONT Bildarchiv

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Gedenken an die Ermordeten in der Halle der Namen von Yad Vashem

Gedenken an die Ermordeten in der Halle der Namen von Yad Vashem

Gedenken an die Ermordeten in der Halle der Namen von Yad Vashem

Die Erinnerung an den Holocaust ist und bleibt auch außerhalb der Gedenktage regelmäßiger Begleiter. Kaum ein hochrangiger Besuch vergeht ohne den Besuch von Yad Vashem, der zentralen Holocaust-Gedenkstätte, oder ein bewegendes Gespräch mit Überlebenden. Sie bildet die Basis, auf der die intensiven Beziehungen aufbauen.

Der Holocaust-Gedenktag fällt in diesem Jahr auf den 8. April. Zusammen mit meinen Kollegen werde ich wieder vor der Botschaft stehen und der Opfer der Shoah gedenken. Und wieder einen Kloß im Hals haben.

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Stand 25.01.2013

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